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Revolte Spiced Rum und der Drydaddy Cocktail

Der Revolte Spiced Rum Drink Drydaddy.
Der Revolte Spiced Rum Drink Drydaddy.

Für alle, die den Aprilscherz rund um den neuen Revolte Rum nicht mitbekommen haben: hier geht es um einen spannenden neuen Spiced Rum aus der Brennerei Kaltenthaler auf Basis des bekannten Revolte Rums. Für alle, die den Scherz mitbekommen haben: Entwarnung! Nein, der klassische Revolte Rum verlässt nicht für immer die Bühne. Er wird auch nicht durch ein künstliches, überzuckertes Produkt voller Aromastoffe ersetzt. Aber eine nagelneue Revolte-Flasche hatten wir trotzdem im Briefkasten.

Die Flasche für dieses Tasting wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt, Bedingungen gab es nicht. Mehr Informationen dazu am Ende des Artikels.  

Der neue Revolte Spiced Rum

Zu Revolte Rum, der Brennerei Kaltenthaler und dem namensgebenden Master Distiller Felix möchten wir an dieser Stelle nicht zum x-ten Mal die Lobhudeleien auspacken oder die Story von Null auf erzählen. Lest euch doch einfach unsere Artikel zu Revolte Rum, Revolte Overproof und Revolte Falernum durch und ihr wisst, warum wir uns über jede Portfolio-Erweiterung aus der Wormser Brennerei freuen – selbst, wenn sie wie hier erstmal auf 0104 Flaschen limitiert ist: Mit dem Spiced Rum bringt Revolte nach den drei genannten und dem fassgelagerten Revolte MTQ nun eine fünfte Qualität heraus: einen Spiced Rum.

Der neue Revolte Rum mit 99 Gramm Zucker im Cuba Libre.
Der neue Revolte Spiced Rum im Cuba Libre.

Anders als im Aprilscherz behauptet hat der allerdings keine 99 Gramm Zucker oder setzt auf künstliche Aromen. Durch Rosinen und Mandeln kommt er auf natürlich 30 Gramm Zucker, was für einen Spiced Rum absolut im Rahmen ist, und setzt darüberhinaus auf Orangen und Ceylon-Zimt. Das alles ergibt ein Bouquet, das durchaus an so manchen mit künstlichen Aromen durchsetzten Rum erinnert – nur, dass hier eben Spiced Rum draufsteht und natürlich gearbeitet wird. Das Ergebnis schmeckt so:

So schmeckt Revolte Spiced Rum

Im Glas hat der Rum ein helles, mattes gelb, jedoch mit weniger Trübstoffen als sie etwa noch der Falernum hatte. Der Duft des neuen Revolte ist würzig und intensiv, sehr kräftig und weihnachtlich: Zimt, Nelken, Ingwer, Vanille und brauner Zucker schieben sich durch, gefolgt von Sahnekaramell, das Aroma ist irre warm. Nach einer Weile gestellt sich noch feuchtes Stroh dazu und genau hier erkennt man den Original-Revolte, der schon immer einen leichten Hauch Rhum Agricole in sich trug.

Nase: Zimt, Ingwer, Nelken, Vanille, brauner Zucker, Sahnekaramell, feuchtes Stroh

Zunge: Karamell, Piment, Vanille, Banane, Weißwein, Nelken, Zimt.

Im Mund ist er zunächst merklich süß, besitzt aber auch eine zum Glück schnell verfliegende Schärfe. Im Nachgeschmack erleben wir dann schließlich ein schönes Potpourri an Aromen: Karamell und Piment, dazu merkliche Vanille. Der zweite Schluck lässt dann Banane und ein wenig Weißwein durchscheinen und erweitert die Gewürzpalette noch einmal um Nelken und Zimt, brennt aber leider erneut ein wenig.

Der neue Revolte pur und in Cocktails

In der Nase ist der Revolte Spiced wunderschön, im Mund leider ein wenig sehr pfeffrig – laut Auskunft von Kaltenthaler selbst stammt das vom Ceylon-Zimt und wer mit diesem Hintergrundwissen nochmal nachprobiert merkt auch den klaren Unterschied zum alkoholischen Brennen. Zum Glück haben wir immer ein wenig flüssigen Schund im untersten Regal, für … genau solche Gegen-Tests und nichts anderes.

Spiced Rum ist aber bekanntlich viel mehr als Zutat denn zum Pur-Genuss gedacht: Also machen wir uns daran, einige Cocktails damit zu mixen – den Start macht ein Cuba Libre. Rum, Limetten, Cola – in dem Fall die von Aqua Monaco, die ist im Vergleich mit Standard-Cokes furztrocken und gleicht damit den Zucker-Gehalt des Revolte Spiced aus. Das Ergebnis ist ein unaufgeregter Rum & Coke mit einer merklichen Zimt-Note. Riecht toll, schmeckt okay. Ähnlich sieht es beim Dark & Stormy aus. Scharf, würzig, angenehm.

Weil wir im Zuge der ganzen April-Scherz-Nummer auch abwegige Drinks und vergessene Saufabend-Klassiker zelebrieren, fällt im Test der Name des verhängnisvollen Tiefseetauchers. Wer den nicht kennt: er ist das große Finale von Charles Schumanns brachialer Rum-Punch-Trilogie aus den 80ern. Weil das Ding aber krass zu heftig ist und man den einzelnen Rum eh kaum rausschmeckt, mixen wir uns stattdessen den ersten Teil des Trios: den Leichtmatrosen: 3 cl Revolte, 2 cl Don Q Blanco (sehr leichter, puertoricanischer Rum – könnte auch Wodka sein),  2 cl Roses Lime Juice, 2 cl Limettensaft, 1 cl Zuckersirup. Erstaunlich leckeres Zeug. Also wirklich lecker, so mit „Mach ma‘ noch ein’n.“ Aber leider auch mit einem Hauch Sodbrennen im Anschluss, dank jeder Menge Zucker und Säure. Aber wer darauf keine Lust hat, darf eben keinen Leichtmatrosen trinken.

Wir testen den Spiced Rum darüberhinaus in einem Alexander. Klassisch die Mischung aus Sahne, Gin und Creme de Cacao, in der Variante mit Brandy am weitesten verbreitet. Wir nehmen den Revolte, schütteln das Zeug ordentlich durch und packen Muskatnuss drauf. Dem Autor dieser Zeilen ist die erste Variante zu süß, die Kontrollgruppe findet’s gut. Wir fahren die Creme de Cacao um die Hälfte runter auf gerade mal 1 cl, justieren dafür mit einem cl Revolte Overproof nach und verlieben uns ein wenig – geiles Zeug. Oh und ach: Den Drydaddy, ursprünglich als im Schwipps erdachter schlechter Witz im Witz entstanden, den haben wir nüchtern feinjustiert – und jetzt ist er richtig, richtig gut (finden zumindest wir):

Drydaddy Cocktail

  • 4 cl Revolte Spiced Rum
  • 3 cl Hoos Vermut weiß
  • 3 Dashes Peychaud’s Bitters
  • 1 cl MZCL Salt & Silver (rauchiger Mezcal mit Salznote)
  • 1 Limettenzeste

Revolte Rum, Bitters, Mezcal und Wermut auf Eis rühren. Drink in den Kelch auf einen großen Eiswürfel abseihen und mit Limettenzeste abspritzen, ohne sie reinzugeben. Trinken.

Der Drydaddy Cocktail mit allen Zutaten: Hoos Vermut, MZCL Salt & Silver, Peychaud's Bitters und Revolte Spiced Rum.
Der Drydaddy Cocktail mit allen Zutaten: Hoos Vermut, MZCL Salt & Silver, Peychaud’s Bitters und Revolte Spiced Rum.

Revolte Spiced Rum gibt es ab 03.04. im Revolte-Shop, sowie online und im Fachhandel. 

Fazit: Toller Spiced Rum, in dem geschmacklich der Original-Revolte durchaus erkennbar ist und der deshalb fast ein wenig wie ein Spiced Agricole wirkt. Das begeistert nicht nur Leute, die einfach ihre Revolte-Sammlung vervollständigen möchten.

Daten: 40 Prozent, ca. 25 Euro für 0,5 Liter, Deutschland

Felix hat uns eine Flasche des neuen Revolte Spiced Rums zur Verfügung gestellt, aber weder auf eventuelle Artikel noch auf das Tasting Einfluss genommen. Wir sagen wie immer vielen, lieben Dank. Vor allem dafür, dass es noch immer Revolte Blanco gibt 😛

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JohannTrasch

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