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Malfy Gin con Limone und der Raspberry Vinegar Smash

Der Malfy Gin con Limone in einem Raspberry Vinegar Smash Cocktail.
Der Malfy Gin con Limone in einem Raspberry Vinegar Smash Cocktail.

Den Malfy Gin con Limone gibt es seit 2016. Seitdem wurde viel über seine italienische Herkunft geschrieben, über seine Frische, die intensiv blau-gelbe Farbe der Flasche. All das klang gut und sah cool aus, aber nicht so, dass wir aus unserem Gin-Winterschlaf erwacht wären, in den wir Ende letzten Jahres durch ein paar Gin-Verkostungen zu viel gefallen waren.  Da half es nicht mal, wenn die Kollegen über den Malfy mitten in der Nacht Sachen schrieben wie „Als hätte man guten Limoncello in Gin gekippt!“ (Hallo, Philipp) – obwohl das durchaus ziemlich lecker klingt.

Die Flasche für dieses Tasting wurde uns von The Brandbuilder, dem deutschen Vertrieb von Malfy Gin zur Verfügung gestellt, Bedingungen gab es nicht. Mehr Informationen dazu am Ende des Artikels.  

Wir müssen zugeben: das erste mal hellhörig wurden wir, als wir den Preis gesehen haben: Um die 26 Euro für 0,7 Liter. Für einen ziemlich gut verbreiteten und meist hochgelobten Gin. „Okay.“ dachten wir uns „Da verlangt wenigstens mal einer keine 35 Öcken für den halben Liter.“ Als wir dann eines gemütlichen Abends mal am Malfy Gin & Tonic eines Mitmenschen nippen durften, war klar: das Ding kann tatsächlich was. Das macht Spaß. Das gucken wir uns an.

Die Story hinter Malfy Gin con Limone

Der Malfy Gin stammt aus der Destillerie Torino Distillati in Moncalieri in der Nähe von Turin. Ein Familienunternehmen, das zwar erst 1992 gegründet wurde, aber trotzdem schon auf eine über 100jährige Geschichte zurückblickt: 1906 wird es von Fratelli Ferrero di Riccardo gegründet, dessen Familie damals für Wein und Wermut bekannt ist. In den 60ern übernimmt Seagram allerdings den Laden (die alten Leute unter euch erinnern sich – die jüngeren müssen nur wissen, dass die Spirituosen-Sparte von Seagram aktuell im Wesentlichen bei Pernod Ricard liegt).

Malfy Gin con Limone im Gin Tonic.
Malfy Gin con Limone im Gin Tonic.

Als Seagram sich schon in der Auflösung befand, kaufte der Italien-Chef des Unternehmens Carlo Vergnano die Distille auf und gründete damit Torino Distillati. Auch, wenn inzwischen wiederum das New Yorker Spirituosen-Unternehmen Biggar and Leith seine Finger im Spiel hat, führt heute noch immer Carlo selbst seine Firma. Untersützt von seiner Frau und seiner Tochter, sowie einem Chemiker und einem Destillateurmeister. Zusammen ersannen Sie den Malfy Gin con Limone, dessen wichtigste Botanicals der italienische Wacholder und die Zitronenschalen sind – 80 Prozent davon stammen vom sizilianischen Zitronen, 20 Prozent von Amalfi-Zitronen.

Daneben finden zum Beispiel auch noch Koriander, Zimt, Lakritze oder Orangenschalen den Weg in den Gin. Ursprünglich vertrieb das kleine Team den Malfy Gin als Small Batch-Destillat, im Wesentlichen in Italien. Biggar and Leith waren es, die Torino Distillati zur Expansion anregten – und wie wir inzwischen wissen, recht erfolgreich. Sogar weitere Varianten des erfolgreichen Gins sind erschienen, namentlich Originale, con Arancia (mit Blutorange) und Gin Rosa (mit Pink Grapefruit). Bleibt die Frage: Was kann der Malfy im Glas?

So schmeckt Malfy Gin con Limone

Der Malfy ist optisch klar und von fast schon öliger Viskosität. Sein Duft ist entgegen der meist vollmundingen Ankündigungen eher zurückhaltend: Zitronen sind klar vorne, dahinter folgt ein sanfter Wacholder und etwas leicht seifiges (aber nicht auf die unangenehme Art), das wohl der Koriander ist. Lässt man ihn eine Weile stehen, nimmt die Zitrone etwas limonadiges an, wird untermalt  von sanftbitteren Grapefruit-Noten und einem Hauch Thymian. Ein sehr runder Duft.

Nase: Zitrone, Wacholder, Koriander, Grapefruit, Thymian

Zunge: Zitrone, Blutorange, Minze, Zabaglione, Koriander, Enzian, Wacholder

Ist die Nase noch sehr angenehm aber keine Offenbarung, geht auf der Zunge dann der italienische Punk ab. „Als hätte man guten Limoncello in Gin gekippt!“ ist tatsächlich die treffendste Umschreibung. Ein intensives, trockenes Zitronen-Aroma, dazu ein Hauch Blutorange, ein bisschen Minze und dazu das cremige Gefühl einer Zabaglione auf der Zunge. Der Abgang lässt dann für einen ganz kurzen Moment ein bisschen Frischetuch durchblitzen (der Koriander wohl wieder – die Sau), macht aber sofort wieder Platz für einen kräutrigen Enzian-Einschlag und letztendlich auch wieder den Wacholder.

Der Malfy Gin con Limone pur und in Cocktails

Der Malfy ist weich und angenehm zu trinken – wer Gin pur genießt, der ist hier definitiv gut aufgehoben, auch ohne den obligatorischen Eiswürfel im Glas. Natürlich werden ihn die meisten von euch aber in einen Gin Tonic schütten. Da funktioniert er auch ordentlich – in Kombi mit einem Fever Tree Mediterranean oder generell eher trockenen Tonic Watern macht er eine ziemlich gute Figur – mit den Standards (alle „gelben“: Schweppes Indian, Fever Tree Indian, Thomas Henry) wird die Sache für uns allerdings etwas zu süß und der G&T schmeckt etwas nach Sprite.

Malfy Gin con Limone im Gin Fizz mit Zeste und Saft einer Amalfizitrone. Hart nomnomnom, wie der Franzose sagt.
Malfy Gin con Limone im Gin Fizz mit Zeste und Saft einer Amalfizitrone. Hart nomnomnom, wie der Franzose sagt.

Generell aber macht dieser Gin die noch bessere Figur in Fizzes: Etwas Zuckersirup und Zitronensaft, dazu ein Stück Zitronenzeste, Gin natürlich und Sprudel drauf – ein Wahnsinnsgenuss, der für uns ehrlich gesagt alle Tonic-Varianten in den Schatten stellt. Wir testen sowohl mit normaler Zitrone als auch mit Saft und Zeste einer Amalfi-Zitrone; natürlich ist letztere Variante in der Tat ein gutes Stück besser, aber längst keine Pflicht. Besonders gut ergänzt sich die Zitronenfrische aber mit Kräutern wie wir feststellen: im Gin Basil Smash etwa macht er eine gute Figur. Weil der Versuch einer Kohlensäure-Variante dieses Drinks scheitert (Dummer Syphon!) gießen wir das fehlgeschlagene Experiment mit Ginger Beer auf. Dieser „Ginger Basil Smash“ sieht zwar etwas seltsam aus – schmeckt aber hervorragend.

Allerdings kommt er nicht ganz unseren Raspberry Vinegar Smash heran – eine Variante des klassischen Raspberry Thyme Smash, der den Limettensaft im Drink mit Trink-Himbeeressig ersetzt. Weil der Drink durch den Malfy Gin trotz der fehlenden Limette ein intensives Zitrus-Aroma mitbringt, ist er unglaublich vielschichtig – ein Cocktail, der uns viel Freude bereitet, und den wir diesen Sommer wohl noch ein paar Mal servieren werden:

Raspberry Vinegar Smash

  • 6 cl Malfy Gin
  • 6 bis 8 Himbeeren
  • 5 Stängel Thymian
  • 2 cl Zuckersirup
  • 1 cl Limettensaft
  • 2 cl Trink-Himbeeressig (wir nehmen den vom Doktorenhof)

Thymian und Himbeeren mit einem Stößel im Shaker zerdrücken, mit Eis und den übrigen Zutaten auffüllen, kräftig shaken und in einen Tumbler mit frischem Eis abseihen. Trinken.

Malfy Gin con Limone im Raspberry Vinegar Smash. Vielen Dank an Susanne von der Fürther Feinkosteria für die Wahnsinns-Empfehlung!
Malfy Gin con Limone im Raspberry Vinegar Smash mit Malfy Gin und Trinkessig vom Doktorenhof. Vielen Dank an Susanne von der Fürther Feinkosteria für die Wahnsinns-Empfehlung!

Malfy Gin con Limone online kaufen*

(Mit einem * markierte Links sind Affiliate-Links aus dem Amazon-Partnerprogramm. Benutzt ihr diese für euren Einkauf, erhalten wir dafür eine kleine Provision.)

Fazit: Ein Gin, der spätestens auf der Zunge massiv mit seiner intensiven Zitrus-Note heraussticht, hervorragend mit Kräutern und Zitrone harmoniert und ein großartiges Preis-/Leistungs-Verhältnis bietet. Tolles Gesamtpaket!

Daten: 42 Prozent, um 27 Euro für 0,7 Liter, Italien

The Brandbuilder, der deutsche Vertrieb von Malfy Gin hat uns eine Flasche des Produkts zur Verfügung gestellt, aber weder auf eventuelle Artikel noch auf das Tasting Einfluss genommen. Wir danken für die ausnehmend freundliche und partnerschaftliche Zusammenarbeit. 

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Bei den markierten Produkten handelt es sich um Spirituosen, an deren Vertrieb Johann in seinem Dayjob beteiligt ist. Er bekommt keine Provision für ihre Erwähnung und sein Arbeitgeber hat keinen Einfluss darauf, wann und in welcher Weise er auf Cocktailbart Produkte des Unternehmens erwähnt. 

JohannTrasch

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