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Mojito: das perfekte Rezept für den legendären Cocktail mit Rum und Minze

Ein leckerer Mojito mit ganz viel Minze - dieser Cocktail ist Kunst.
Ein leckerer Mojito mit ganz viel Minze - dieser Cocktail ist Kunst.

Mojito blabla, Kuba blabla, Ernest Hemingway. Der Rum-Cocktail mit Minze ist einer der berühmtesten Cocktails überhaupt – er hat eine lange zurückreichende Geschichte, berühmte Persönlichkeiten, die sich an ihm festklammerten wie an einem flüssigen Gehstock und es gibt geschätzt Hunderte von Rezepte für ihn. Aber unseres hat die geheime Zutat, die ihn besser macht als alle andere: ganz ordinäre Angostura Bitters.

Und trotzdem: Wer sich einen Mojito bestellt, bekommt oft nur Wassereis mit Alkoholgeschmack, in dem sich so viel zerfetztes Blattgrün befindet, dass man das Gefühl hat, man würde Salat durch den Strohhalm trinken. Muss das sein? Nö. Wir haben nach langem Herumprobieren das für uns beste Mojitorezept gefunden und die Hintergründe gesammelt.

Rezept für den perfekten Mojito
– 5cl heller Rum
– 10cl Sodawasser
– Saft von 1 Limette
– 2 Barlöffel weißer Rohrzucker (etwa 1 gehäufter Teelöffel)
– 10 Blätter Minze (Hemingway-Minze oder alternativ Apfelminze/Hainminze)
– 3 Schuss Angostura Bitter
Blätter, Zucker und Limettensaft ins Glas. Blätter leicht andrücken, Eiswürfel drauf. Rum und Sodawasser ins Glas gießen, vorsichtig umrühren. Am Ende Angostura Bitters in den Drink gießen, aber nicht mehr umrühren. Trinken.

 

Warum ist der Mojito so kompliziert?

Noch vor wenigen Jahren mixten die meisten Bars einen Mojito im Prinzip wie eine Caipirinha – und stopften einfach noch ein paar Minzezweige oben rein. In den Haushalten und auf privaten Partys hält sich diese Zubereitungsart bis heute, was sogar so weit geht, dass manche diesen Cocktail sogar mit Pitú mixen. Selbst jetzt, da die meisten Barkeeper selbst mittelmäßiger Kneipen das besser können, halten sich Vorurteile gegen den kubanischen Drink, der so rein gar nichts mit der brasilianischen Caipirinha zu tun hat.

Hauptproblem vor allem für jeden, der Zuhause mixt, ist wohl die Minze: Selbst wenn man die richtige im Supermarkt findet, wird das aromatische Kraut zermatscht, zerfleddert und zerdrückt, bis es sich auch ja in winzigkleine Fitzelchen aufgelöst hat, die sich später im Strohhalm wiederfinden und den Drink geschmacklich eher in die falsche Richtung ziehen. Aber wie behandelt man Minzblätter richtig?

Ein berühmtes Hemingway-Zitat aus der La Bodeguita del Medio in Havanna. Auch, wenn an der Echtheit gezweifelt wird, reisen jedes Jahr Tausende Touristen genau in diese Bar, um einen Mojito zu trinken.
Ein berühmtes Hemingway-Zitat aus der La Bodeguita del Medio in Havanna. Auch, wenn an der Echtheit gezweifelt wird, reisen jedes Jahr Tausende Touristen genau in diese Bar, um einen Mojito zu trinken.

Minzblätter im Mojito: Welche und wie?

Minze ist empfindlich - muddelt ihr sie zu fest, wird der Mojito bitter.
Minze ist empfindlich – muddelt ihr sie zu fest, wird der Mojito bitter.

Die richtige Minze für den Mojito ist die Mojito-Minze, gelegentlich auch Hemingway-Minze genannt. Der lateinische Name der Pflanze ist Mentha nemorosa. Fälschlicherweise wird aber oft auch die Mentha villosa, die Hain- oder Apfelminze als Mojito-Minze verkauft. Beide sind lecker und in der Praxis wird man diejenige nehmen, die man gerade bekommt. Am schmackhaftesten ist aber tatsächlich die echte Hemingway-Minze – sie schmeckt herber aber trotzdem frisch, was dem Cocktail-Rezept mehr geschmackliche Tiefe verleiht.

Um den Minzblättern jetzt ihr Aroma zu entlocken müsst ihr die ätherischen Öle aus den Blättern kitzeln, aber möglichst ohne Salat zu produzieren. Profi-Barkeeper streiten sich darum, ob man die Minzblätter für den Mojito nun anklatscht oder muddelt; das Anklatschen ist selbsterklärend, ihr nehmt die Minze in die Hand und klatscht. Je nachdem, wie fest ihr das macht, ist das mal mehr, mal weniger erfolgreich – in jedem Fall seht ihr dabei aus wie ein Depp.

Wir erzielten die besten Ergebnisse mit dem klassischen muddeln: Rohrzucker auf die Minzblätter, gaaaaaaaaanz sanft in kreisenden Bewegungen anpressen, sodass der Zucker die Oberfläche der Blätter ankratzen kann – kurz reinriechen, ob der Drink lecker nach Minze duftet – fertig. Für die Garnitur nehmt ihr am Ende einen kleinen Minzzweig statt einzelner Blätter; den rollt ihr kurz zwischen den Händen, dann geht von eurem Mojito auch ein leckerer Duft aus.

Rum oder Cachaça?

RumCachaça ist ein brasilianisches Destillat aus Zuckerrohrsaft, in der Heimat des Mojitos, in Kuba, macht man den Rum aber aus Melasse. Das mag nicht viel Unterschied machen, wenn man seinen Cocktail nur mit billigstem weißen Rum unter 10 Euro oder dem günstigsten Cachaça auf dem Markt mischt – aber es macht einen gewaltigen Unterschied, wenn man hochwertigere Produkte nimmt. Da entwickelt vor allem der Brasilianer Aromen, die extrem lecker sind, aber so gar nicht in einen Mojito passen möchten.

Beim Rum nehmt ihr einen hellen Rum, nach Möglichkeit aber keinen weißen. Weiße Rumsorten haben im Normalfall nicht genug Aromenbandbreite, um der kräftigen Minze und der sauren Limette viel entgegenzusetzen. Alles was zwischen drei und fünf Jahren gelagert wurde, ist perfekt, auch die Standard-Rumsorte der deutschen Mittelklasse-Hausbar, der Havana Club 3 Jahre, passt hier super.

In Kuba gibt's keinen Cachaça - in einen Mojito gehört heller Rum!
In Kuba gibt’s keinen Cachaça – in einen Mojito gehört heller Rum!

Viele Rezepte legen ohnehin Wert darauf, dass man einen originalen Mojito nur mit kubanischem Rum mixen darf. Puristen dürfen das gerne so sehen und wer in Sachen Mojito mitreden will, sollte auf jeden Fall schon mal einen „richtigen“ kubanischen probiert haben. Aber immer dasselbe trinken ist langweilig – mit anderen hellen Rum-Sorten wie etwa einem Mount Gay Eclipse aus Barbados schmeckt der Cocktail auch lecker.

Weißer oder brauner Rohrzucker?

Der braune Rohrzucker in Cocktails ist eine deutsche Unart – zunächst entstanden aus der Tatsache, dass man hierzulande kaum weißen Rohrzucker bekam. Bis heute verwenden manche aber braunen Zucker, einfach weil er auf manche Leute exotischer wirkt. Die Karamellnoten des braunen Rohrzuckers sind aber eher störend und weißen Rohrzucker findet man heutzutage für weniger als zwei Euro in jedem Supermarkt. Ganz doofe Idee: Zuckerrohrsirup. Mit dem kriegt ihr keinen einzigen Minzzweig angekratzt, und es fehlt die rustikale Note.

Ganz viele halbfertige Mojitos übereinander.
Ganz viele halbfertige Mojitos übereinander.

Gehören in den Mojito ganze Limetten?

Nein. In einem Mojito gehört ausschließlich frisch gepresster Limettensaft und zwar ordentlich. Selbst wenn euch jede zweite Cocktailbar das ganze Glas voller Limettenstücke packt. Die Limetten mit ins Glas zu stopfen stammt noch aus der Zeit, als niemand Mojito und Caipirinha auseinander halten konnte. Im Test konnten wir geschmacklich keine Unterschiede zwischen Mojitos mit und ohne Limetten feststellen, selbst wenn wir sie zusammen mit Minzzweigen leicht anpressten. Am Ende nehmen sie nur Platz im Glas weg und wenn man doch mal zu fest muddelt, hat man einen Limetten-Minze-Salat statt eines erfrischenden Getränks. Übrigens: Nehmt wirklich sprudelndes Sodawasser für den Drink, kein stilles Wasser – auch das sorgt für Erfrischung!

Eiswürfel oder Crushed Ice?

Eine der wenigen Gemeinsamkeiten zum Caipirinha: Das Crushed Ice im Mojito ist eine deutsche Erfindung, in Havana nimmt man Eiswürfel. In vielen halbwegs guten Bars ist man inzwischen dazu übergangen Cracked Ice als Kompromiss zu verwenden. Doof nur: Das hat niemand, aber wirklich niemand zu Hause. Im Test fuhren wir die besten Mix-Ergebnisse mit Eiswürfeln ein – vor allem, wenn wir unseren Mojito länger als fünf Minuten mit uns herumtrugen, anstatt ihn einfach zu inhalieren. Mit Eiswürfeln ließ er sich auch deutlich besser umrühren.

Bitters auf den Mojito? Euer Ernst?

Traditionell trinkt man einen Mojito in Kuba mit einigen Spritzern Bitters 0benauf, die langsam nach unten wandern. So hat man in gelegentlichen Schlückchen einen Hauch Bitter dabei. Rührt man die Bitters ein, gehen sie eher unter, sie machen einfach weniger Spaß. Uns schmeckten die Bitters im Test herausragend gut, sie verleihen dem Drink vor allem in Kombination mit der Hemingway-Minze eine größere Tiefe, aber auch eine gewisse Schwere.

Leben wie Gott in Kuba - Mojito macht's möglich.
Leben wie Gott in Kuba – Mojito macht’s möglich.

Genau das ist wohl der Grund, warum man die Bitters hierzulande weglässt. Die zusätzliche Substanz beißt sich einfach mit der Frische, die man von einem Mojito erwartet. Wir geben’s zu: Am Strand, mit den Füßen im Sand ist uns die deutsche Variante mit Frühlingsfrische-Minze und ohne Bitters auch lieber – aber zum Start in einen gelungenen Cocktail-Abend greifen wir zum klassischen Rezept.

Raspberry Mojito und andere Späße

In den letzten Jahren kamen immer mehr Mojito-Varianten auf, die mit diversen Früchten arbeiteten – die berühmteste davon ist der wohl der Raspberry Mojito mit den namensgebenden Himbeeren. Man kann angesichts dieser Idee jetzt „Häresie!“ brüllen und sich in seinem Puristen-Kämmerchen einsperren – oder man schnappt sich 6 bis 8 frische Himbeeren und zerdrückt sie im Glas, nachdem man die Minzzweige gemuddelt hat.

Die fruchtige Variante des Mojito mit Himbeeren: der Raspberry Mojito.
Die fruchtige Variante des Mojito mit Himbeeren: der Raspberry Mojito.

Die Angostura Bitters würden wir in dieser Variante kippen, das ergab im Test eher ein rumtopfiges Hustensaft-Aroma. Aber sonst schmeckt der frische Raspberry Mojito lecker, frisch und saftig. Nimmt man statt der Himbeeren Brombeeren erhält man übrigens einen Black Dragon Mojito – der wechselt von unten die Farbe von schwarz zu rot, wie ein umgekehrter, satanischer Tequila Sunrise. Der Raspberry Mojito für Metalheads quasi. Und saulecker.

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JohannTrasch

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