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Yauatcha Highball – Cocktail-Rezept mit Oolong-Tee, Zitronengras & Lychee

Ein Yauatcha Highball mit Oolong-Zitronengras-Rum.
Ein Yauatcha Highball mit Oolong-Zitronengras-Rum.
Rezept für den Yauatcha Highball

Rezept für den Yauatcha Highball

  • 6 cl Weißer Rum, infundiert mit Oolong-Tee und Zitronengras
  • 3 cl Limette
  • 2,25 cl Lycheelikör
  • 0,75 Zuckersirup
  • Soda (zum toppen)

Alle Zutaten zusammen auf Crushed Ice shaken, ohne Abseihen in ein Highballglas gießen, mit mehr Crushed Ice toppen und mit Limettenrad und Zitronengras garnieren. Mit einem Hauch Soda toppen. Trinken.

Die Einkaufsliste

Die Einkaufsliste für den Yauatcha Highball 

(Mit einem * markierte Links sind Affiliate-Links aus dem Amazon-Partnerprogramm. Benutzt ihr diese für euren Einkauf, erhalten wir dafür eine kleine Provision.)

Neben Wein ist Tee seit einiger Zeit so ein bisschen das Ding, an dem wir hier sanft rumnerden und überlegen: “Kann man da nicht auch was machen?”. Und schon ganz am Anfang von Cocktailbart.de – also vor grob fünf Jahren – haben wir mit rauchigen Lapsang Souchong-Sirups herumgespielt. Trotzdem ist Tee als Filler oder einfach nur Cocktail-Zutat auf dieser Seite massiv unter-repräsentiert. Etwas geändert hat das der Anstoß der Cocktailbart-Unterstützerin Kristina (an der Stelle ein Riesen-Danke für den Support!), die uns auf das Yauatcha hingewiesen hat. Ein Teehaus / Restaurant / Bar aus (längst nicht mehr nur) London, das mit abgefahrenen Food- und Drink-Kreationen aufwartet …

… deren Rezepte man online einfach nirgends findet, und das wahrscheinlich aus gutem Grund. Aber wie sich alteingesessene Cocktailbart-Leser vielleicht noch vom Islay Storm erinnern, lassen wir uns nicht davon abhalten einen Cocktail nachzumixen, wenn wir nur die groben Zutaten aus der Karte ablesen können. Und der Lalu – ein Drink aus Wodka, Zitronengras, Limette, Oolong-Tee und Lychee, wird mutmaßlich zwar ganz anders gemixt als wir das hier machen (allein schon, weil wir den Wodka hier dolldreist gegen Rum austauschen) aber unsere davon inspirierte Variante gefällt uns trotzdem irre gut:

Ein Yauatcha Highball mit Oolong-Zitronengras-Rum.

Yauatcha Highball

Oolong, Lychee, Zitronengras: der Sommer als geschmacklicher Dreiklang.
Vorbereitungszeit: 15 Minuten
Zubereitungszeit: 2 Minuten
Arbeitszeit: 17 Minuten
Cocktail-Kategorie: Highball
Epoche: Modern
Geschmack: Frisch, Süß

Glas & Barwerkzeuge

Zutaten

  • 6 cl Weißer Rum, infundiert mit Oolong-Tee und Zitronengras
  • 3 cl Limettensaft
  • 2,25 cl Lycheelikör
  • 0,75 cl Zuckersirup
  • Soda (zum toppen)

Zubereitung

  • Alle Zutaten zusammen auf Crushed Ice shaken.
  • Ohne Abseihen in ein Highballglas gießen, mit mehr Crushed Ice toppen.
  • Mit Limettenrad und Zitronengras garnieren.
  • Mit einem Hauch Soda toppen.
  • Trinken.
Kalorien: 249kcal
Ihr habt den Cocktail nachgemixt?Zeigt uns euren Drink mit @therealcocktailbart oder #cocktailbart!

Was haben wir uns bei dem Rezept gedacht?

Wir wussten aus einem Video des Rezepts ganz grob, dass wir es mit einem Highball zu tun haben, ansonsten war praktisch alles im Unklaren. Bei einem derart modernen und kreativen Haus (man schaue sich einfach mal die irre breite Karte an) ist es für uns kulinarische Anfänger einfach zu schwierig, einzuschätzen, mit welchen abgefahrenen Methoden die da alles gearbeitet haben. Also arbeiten wir einfach nach uns bekannten Templates und wählen einen simplen Collins als Ausgangsbasis, mit Limettensaft als Säurequelle und Lychee-Likör als Zucker-Komponente.

Bleiben harte Spirituose, Oolong und Zitronengras – in der Kombination liegt für uns eine Infusion vergleichsweise nahe. Ein Cold Brew Tea quasi, kombiniert mit einem Auszug von Zitronengras. Wodka ist dafür zugegeben prädestiniert, aber ein milder, weißer Rum mit ein paar Frucht- und Zuckerrohrnoten macht für uns hier eine etwas bessere Figur, er bringt als Basis einfach etwas mehr Funk in den finalen Drink. “Mag ja alles schön und gut sein,” denkt ihr euch vielleicht, “aber wie kriege ich Zitronengras und Oolong jetzt in den Schnaps?”.

Die richtige Infusion

Wenn man mit einer Infusion arbeitet, heißt das, man reichert eine Spirituose mit Kräutern, Gewürzen oder was auch immer an und verleiht ihr damit zusätzlich zu ihrem normalen Aroma den Geschmack der verwendeten Botanicals. Dazu legt man das Ganze entweder klassisch ein, was allerdings je nach Zutat zwischen 8 Stunden und 3 Wochen dauern kann. Klingt übertrieben, ist aber so. Lavendel würden wir nie länger als wenige Stunden in Gin einlegen, eine Nuss-Infusion kann man auch mal wochenlang stehen lassen.

Wieso wir grade “entweder” geschrieben haben? Ach so, wegen oder: Oder man nutzt eine Rapid Infusion. Dazu packt ihr die Kräuter oder Gewürze in einen Sahnesiphon, schüttet eure Spirituose drauf, verschraubt die Nummer, jagt zwei Stickstoff-Kapseln durch und wartet 5 bis 10 Minuten. Druck ablassen (möglichst aufrecht, ohne dass dabei alles rausspritzt), noch ein paar Minuten warten und dann abseihen. So haben wir das in diesem Fall gemacht. Durch die Rapid Infusion bekommt ihr innerhalb weniger Minuten den Geschmack der Botanicals in eure Infusion.

Der Stickstoff frisst sich durch Druck in Zitronengras und Botanicals und wird durch das Ablassen des Siphons ruckartig wieder rausgeschleudert. Wenn ihr nach dem Ablassen des Stickstoffs am offenen Siphon lauscht (sieht zwar doof aus, aber vertraut uns: klingt gut) hört ihr ein Sprudeln. Dabei lösen sich noch zusätzliche Geschmacksstoffe, daher solltet ihr nach dem Öffnen des Siphons unbedingt noch einige Minuten warten.

Wer keinen Sahnesiphon hat, sollte eine Infusion aus 250 ml Rum, zwei Stangen Zitronengras und etwa 12 Gramm Oolong für etwa zwei Tage stehen lassen.

Die Zutaten für den Yauatcha Highball

Limettensaft? Immer frisch? Lychee-Likör? Kennen wir ehrlich gesagt nur den Kwai Feh und der erfüllt seinen Zweck mit herausragender Präzision – wo das Ding reinkommt, könnt ihr guten Gewissens “Irgendwas Leckeres mit Lychee” draufschreiben. Soda? Möglichst sprudlig und nach Möglichkeit echte Soda, die bringt eine leichte Salzigkeit mit rein. Schweppes Soda rockt.

Was bleibt? Zitronengras und Oolong zum einen. Zitronengras solltet ihr immer (immer!) frisch holen und vor der Infusion mit einem Messer breitschlagen, damit die Aromen sich lösen. Oolong nehmen wir entweder neuseeländischen Zealong oder den unten verlinkten von Tea Exclusive aus China. Letzterer ist authentischer und verflucht gut, der Zealong einen Ticken besser und mehr in Richtung Grüntee.

Ein Yauatcha Highball mit Oolong-Zitronengras-Rum und Ron Libertad.
Ein Yauatcha Highball mit Oolong-Zitronengras-Rum und Ron Libertad.

Zum anderen: Rum. Nehmt einen milden, weißen. Wir greifen zu Ron Libertad, der in Deutschland vom Team von Dr. Sours importiert wird. Er erinnert an einen milden, aber selbstbewussten Rhum Agricole, mit leichten Ester-Noten, ein bisschen Klebstoff und einem ausnehmend schönen Mundgefühl. Wie gemacht für Damn it, Jimmys – oder eben für Yauatcha Highballs.

Die Einkaufsliste für den Yauatcha Highball 

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Johann

Cocktailbarts Archmage of Content bei Nacht, Familienvater & Texter bei Tag. Lieblings-Drink Martini, Lieblings-Spirituose trotzdem Rum. Wohnt in Franken, kommt aus der Oberpfalz (ist beides in Bayern, tschuldigung). Typischer Satz: "Meinste das wär geiler, wenn man Olivenlake reintut?"

4 Kommentare

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  • Danke für das Rezept! Eine Frage: Macht ihr die Infusion nur in der gewünschten Menge für einen Abend oder ist es (ohne Geschmacksverlust)auch möglich direkt eine Infusion aus 0,5-0,7l Rum herzustellen und diese wieder abzufüllen, um darauf bei Bedarf direkt zurückgreifen zu können? 🙂

    • Ahoi Philipp,

      schwierige Frage – wenn du sauber arbeitest, sollte sich so eine hochprozentige Infusion zwar einige Tage bis Wochen halten, aber der Geschmack wird sich in jedem Fall ändern. Und grade bei so etwas vielschichtigem wie Oolong-Tee kann das schnell mal abrutschen, wenn die Infusion oxidiert. Aus dem Bauch raus würde ich also nur dann 0,5 Liter von der Infusion vorbereiten, wenn ich im Laufe der Woche den Drink für Gäste mixe.

      Speziell wir haben in dem Fall 200 ml genommen (Menge für drei Drinks + x), um damit ein bisschen rumspielen zu können, falls ein Drink danebengeht – und weil die Rapid Infusion mit kleineren Mengen meist nicht ganz so gut hinhaut, weil die Zutaten nicht so viel Angriffsfläche haben.

      • Vielen Dank für die Antwort, dann werde ich wohl nur mit der gewünschten Menge arbeiten 🙂

        Ich habe das Rezept – in Ermangelung der Zutaten für eine Infusion – zunächst mit Ki No Bin Tea Gin ausprobiert und muss sagen, dass das wirklich erstaunlich gut funktioniert hat, der leichte Tee Geschmack des Gin hat wunderbar harmoniert.
        Gruß
        Philipp

        • Kann ich mir tatsächlich sehr gut vorstellen, dass der Drink damit auch in einer unkomplizierteren Variante sehr gut funktioniert. Da noch einfach Zitronengras-Deko rein und das wird genauso superfrisch duften.

          Probier ich bei Gelegenheit mal aus, wenn ich den mal da habe, danke dir!