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Professor Cornelius Ampleforth’s Bathtub Gin

Professor Cornelius Amplefort's Bathtub Gin mit Quietscheente.
Professor Cornelius Amplefort's Bathtub Gin mit Quietscheente.

Professor Cornelius Ampleforth’s Bathtub Gin ist löst gerade so etwas wie einen kleinen Hype im Hype mitten in der langsam abschwellenden Gin-Welle aus. Der Grund: Tolle Aromen, gepaart mit einer einzigartigen Flasche und der geheimnisvollen britischen Aura des Gin-Zauberers, der in seiner heimischen Badewanne leckeren Premium-Gin braut. Aber läuft das wirklich so?

Die Story hinter Professor Cornelius Ampleforth’s Bathtub Gin

Vorweg: Auch wenn das Zeug Bathtub Gin heißt, wird es in ganz normalen Kupfer-Brennkesseln gebrannt, keineswegs in der Badewanne. Der Herstellungsprozess ist damit deutlich professioneller, als uns das Label „Professor Cornelius Ampleforth“ weißmachen will. Das ist aber gar nicht schlimm: Die liebevolle Geschichte um den verrückten Professor, die sich die Leute bei masterofmalt.com in England ausgedacht haben, um in kleinen Chargen von tatsächlich jeweils nur 30 bis 60 Flaschen ganz besondere Spirituosen auf den Markt zu werfen ist einfach nur… schön.

Das liegt daran, dass die Verantwortlichen den Spaß konsequent durchziehen und immer nur vom Professor sprechen, wenn es online irgendwas zu den Spirituosen aus der Reihe zu sagen gibt. Nur, wenn eines ihrer Babys einen Preis gewinnt, hält kurz ein netter Mann mit Bart das gute Stück in die Kamera und dann tun wieder alle so, als wären sie das PR-Team des verworrenen Spirituosen-Genies, das unter seinem Namen inzwischen auch Wodka, Cherry Brandy, Absinth und diverse Gins vertreibt.

Die Flaschen der Marke ziert allesamt ein alt wirkendes Logo mit verworrener Zauberbuch-Schrift darauf, das auf braunem Papier gedruckt und um die Flasche herumgewickelt ist. Um den Korken: ein Siegelwachsverschluss. Das ist edel, das passt zur Story – zumindest also das Storytelling von Professor Cornelius Ampleforth’s Bathtub Gin passt – aber was kann der Gin selbst?

Professor Cornelius Ampleforth’s Bathtub Gin pur genießen

Gießt man sich den Gin bei Zimmertemperatur ins Glas, ist er leicht gelblich, wie sehr heller Weißwein. Er liegt ölig und schwer im Glas, perlt in dicken Bahnen nach unten. Der erste Geruch hat einen sehr, sehr starken Wacholder-Ton, den man von modernen Gins so nicht mehr gewohnt ist. Dahinter mischen sich Orange, ein ganz klein wenig Kardamom, der aber in floralen Tönen untergeht und eine gute Portion Zimt.

Nase: Wacholder, Fichtennadeln, Orangen, blumige Noten

Mund: Heftiger Wacholder, Orange, Zimt

Im Mund spielt Professor Cornelius Ampleforth’s Bathtub Gin seine Cremigkeit voll aus, er fühlt sich nicht einfach nur flüssig an, mehr wie ein Likör mit wenig Zucker. Auch auf der Zunge dominiert der Wacholder, der sich im Abgang zur Fichtennadel wandelt, gefolgt von einer angenehmen, nicht alkoholischen Schärfe. Im Nachgeschmack bleibt Orange, der Zimt fehlt hier leider. Geschmacklich ist er sehr dominant, aber keine Mundklette wie andere, qualitativ geringere Gins.

Bathtub Gin im Cocktail

Die bessere Frage wäre wohl: Welcher Tonic passt dazu? Hängt davon ab, wie sehr ihr euren Tonic mögt. Professor Cornelius Ampleforth’s Bathtub Gin kann sich auch gegen Tonic-Wuchtbrummen wie das Dry Tonic von Schweppes behaupten, gerade in Kombination mit dessen floralen Noten kommen da ganz neue Geschmacksbilder zusammen, die man durchaus ausprobiert haben sollte.

Tatsache ist aber: Diesen Gin will man eigentlich pur genießen, er ist zu interessant, zu anders, auch wenn man ihn bei der Blindverkostung mit einem Monkey 47 verwechseln könnte. Wer ihn einfach nur etwas verdünnen möchte, greift zum zurückhaltenden Fever Tree Mediterranean (Mineralwasser mit einem Hauch Chinin), lässt dem Gin allen Platz zum atmen, hat aber trotzdem einen schönen, großen Drink in der Hand.

In anderen Cocktails ist der Bathtub Gin unserer Ansicht nach fehl am Platz, der Wermut gibt dem Gin zu wenig neues. Im Gin Fizz oder Tom Collins dagegen macht er sich dank der Sour-Noten prächtig, die sind nämlich genau das, was dem Gin fehlt. Ähnlich gelagerte Cocktail-Rezepte wie der Ramos Gin Fizz funktionieren natürlich auch. Für den Gin Tonic raten wir daher auch zu den sauersten Limetten, die ihr auftreiben könnt.

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Fazit: Toller Premium-Gin, der sowohl pur geht, aber auch in Cocktails eine Wucht ist. Unbedingt in sauren Drinks testen!

Daten: 43,3%; 45 bis 50 Euro; England

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JohannTrasch

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