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Rossgoschen Gin(s) und der Last Horse Cocktail

Rossgoschen Frühling Gin im Gin Basil Smash Cocktail.
Rossgoschen Frühling Gin im Gin Basil Smash Cocktail.
Rezept für den Last Horse Cocktail

Cocktail-Rezept für den Last Horse

  • 3 cl Rossgoschen Frühling Gin

  • 3 cl Zitronensaft

  • 3 cl Chartreuse Verte
  • 3 cl Suze

Alle Zutaten auf auf viel Eis kräftig shaken und in ein Martiniglas abseihen. Trinken.

Woher bekommt man Rossgoschen Gin?

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Die Flaschen für dieses Tasting wurden uns für redaktionelle Zwecke zur Verfügung gestellt, Bedingungen an einen eventuellen Artikel gab es nicht.

“Lass uns mal einen eigenen Gin machen.” Diese Worte wurden in den letzten Jahren so oft auf so vielen Agentur-Meetings in den Raum geschleudert, geradezu herausposaunt mit der knattrigen Innovationskraft eines Faxgeräts, dass wir manchmal vergessen, was für schöne Worte das eigentlich sind. Denn wenn Menschen aus großer Leidenschaft heraus Zeit und Geld investieren, um etwas zu verstehen, zu lernen und ständig zu verbessern, dann ist das erstmal ziemlich geil. Im Fall von Rossgoschen Gin ist das  – unbemerkt zumindest von uns – schon 2016 passiert. Und seitdem beweist das Team hinter diesem Gin, dass man nicht gleich die ganze Republik erobern muss für nachhaltigen Erfolg. Manchmal reicht schon Hannover samt Umland. Erstmal.

Die Story hinter Rossgoschen Gin

Stefan und Vincent steigen früh in den aufkeimenden Gin-Boom ein, schon Anfang der 2010er-Jahre. Also zumindest als Konsumenten. Weil sie sich aber für die Materie und die Mechaniken dahinter interessieren, besuchen sie Seminare, destillieren im kleinen Rahmen selbst, experimentieren mit Botanicals. Das funktioniert so gut, dass Kumpels und befreundete Bartender ihnen die Flaschen aus den Händen reißen und sie sich 2016 ihre erste echte Destille quasi anschaffen müssen. Wenn die beiden also davon sprechen, dass sie ihren eigenen Gin machen, meinen sie anders als diverse andere “Hersteller” nicht “machen lassen”. Sondern machen. So in echt, mit Händen.

Recken Gin in einem Gibson Martini.
Recken Gin in einem Gibson Martini.

Weil bei dieser Handarbeit soviel Gin entsteht, dass sie ihn auch auf den ersten Märkten und Messen im Hannoveraner Umland feilbieten können, machen sie das auch und brennen immer wieder sehr spezielle regionale Gins, bevor sie sich 2017 dann auf ihre finale Marke “Rossgoschen” einigen. Aber unter dieser Flagge nur einen Gin produzieren? Ist ihnen zu langweilig. Also entwickeln sie die Rossgoschen Jahreszeiten-Gins und immer mal wieder einzelne, spezielle Varianten. Was wir heute probieren? Einmal quer die Jahreszeiten durch – und den Recken Gin, benannt nach und gewidmet der Handballmannschaft von Hannover.

So schmeckt Rossgoschen Gin

Der Recken Gin zeigt sich in der Nase sofort als sehr klassischer Gin, wir würden normalerweise durchaus auf einen London Dry Gin tippen. Ist der Recken Gin zwar nicht, aber den vordergründigen Wacholder, flankiert von vielen Zitruszesten und Kardamom, den hat er mit vielen dieser Gins gemein. Am Gaumen kommen da noch Orangen und angenehme Noten von Eukalyptus und Ingwer dazu. Was ihn auf der Zunge dann doch vom London Dry unterscheidet ist eine merkliche, aber keine Sekunde aufdringliche Süße, die laut Rossgoschen von den verwendeten Feigen und Cranberries stammt.

Beim Rossgoschen Frühling haben wir zunächst mit der üblichen Wildblütenwiese gerechnet, aber Pusteblume. Dieser Gin meint mit Frühling den Frühling am Mittelmeer mit jeder Menge Thymian, Rosmarin und natürlich Wacholder, der hier deutlich harzig in die Nase steigt. Viele Zitrusnoten und spätestens am Gaumen dann etwas, das zwischen Enzian und Minze liegt und damit auch noch angenehm lange nachhallt. Schöner Frühling das, viel besser als der echte dieses Jahr.

Rossgoschen Frühling Gin in einem Dirty Martini mit Olive.
Rossgoschen Frühling Gin in einem Dirty Martini mit Olive.

Im Direktvergleich ist der Rossgoschen Sommer Gin deutlich milder, auch die eingesetzten Botanicals wie Cantaloupe-Melone und Schisandrabeeren sind nicht ganz so eindeutig herauszuschnuppern, die Grapefruitzeste dafür umso mehr- die verleiht ihm gleichzeitig Wärme und Frische. Am Gaumen merken wir sie mit leichten Zitrus-Bitternoten, insgesamt geben aber Koriander und Wacholder hier den Ton an.

Der Rossgoschen Herbst trifft sein Thema wunderbar. Aromen von gerösteten Maroni und Haselnüssen erschnuppern wir, dazu rote Äpfel und eine feine, warme Röstnote. Am Gaumen ist all das im ersten Moment nicht ganz so präsent, Wacholder und Zitrusnoten nehmen die Führung in die Hand. Je weiter der Herbst Gin aber die Zunge hinunterweht, desto mehr entfalten sich Aromen von Piment, wieder Maroni, Mandarinen und eine angenehm-zimtige Bitternote.

Der  Rossgoschen Winter wirkt, als hätte man den Herbst Gin einfach aufgeweihnachtet – und zwar ziemlich gut. Zimt und Piment steigen uns warm in die Nase, zusammen mit buttrigen Streuseln und roten Äpfeln verbindet sich das zu einem unaufdringlichen, zurückhaltenden, aber eindeutigen Bratapfel, flankiert von etwas Wacholder. Auf der Zunge kommt noch eine leichte Süße dazu, zusammen mit etwas Vanille. Klingt zugegeben pappig, ist es aber gar nicht, nicht mal ein bisschen. Skepsis ist okay, wir hätten bei der Beschreibung auch nicht geglaubt, dass etwas, das so schmeckt, Gin bleiben kann. Tut es aber. Richtig gute Nummer.

Rossgoschen Gin(s) pur und in Cocktails

Die Rossgoschen-Gins machen allesamt brauchbare bis sehr gute Gin & Tonics. Wir testen mit Schweppes Dry und Fever Tree Mediterranean ein wenig herum und während letzteres bei den Jahreszeiten Gins Frühling und Sommer (vor allem dem Frühling!) punktet, gefällt uns die trockenbittere-Ernstheit des Schweppes Dry beim Recken Gin, dem Rossgoschen Herbst und Winter am besten. Der Recken eignet sich durch seinen klassischen Anstrich übrigens vor allem für everything Martini hervorragend. Klassisch-trocken, im Gibson mit Silberzwiebel oder als Dirty Martini mit Olive – funktioniert alles hervorragend.

Der Frühling Gin dagegen, mit dem wir etwas ausführlicher herumspielen konnten als mit den anderen Jahreszeiten Gins, ist maßgeschneidert auf praktisch alle eher kräutrigen Drinks. Gin Basil Smashes sind damit ziemlicher Wahnsinn und auch ein Last Word mit Maraschino-Likör und kräutrigem Chartreuse ist eine Freude. Letzterer bringt uns dann auch auf die Idee für einen eigenen, zugegeben wirklich ziemlich kernig-kräutrigen Drink. Aber gerade diese bodenständige Leichtfüßigkeit des Rossgoschen Frühling Gins sorgt dafür, dass dieser Drink am Ende ziemlich gut funktioniert:

Rossgoschen Frühling Gin im Last Horse Cocktail.

Last Horse

Eine Last Word-Variante mit Rossgoschen Frühling & Suze.
Vorbereitungszeit: 1 minute
Zubereitungszeit: 2 Minuten
Arbeitszeit: 3 Minuten
Cocktail-Kategorie: Shortdrink
Epoche: Modern
Geschmack: Kräftig, Kräutrig

Zutaten

  • 3 cl Rossgoschen Frühling Gin
  • 3 cl Zitronensaft
  • 3 cl Chartreuse Verte
  • 3 cl Suze

Zubereitung

  • Alle Zutaten auf viel Eis kräftig shaken.
  • In ein gefrostetes Martini-Glas abseihen.
  • Trinken.
Kalorien: 209kcal
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Zuletzt überarbeitet am

Johann

Cocktailbarts Archmage of Content bei Nacht, Familienvater & Texter bei Tag. Lieblings-Drink Martini, Lieblings-Spirituose trotzdem Rum. Wohnt in Franken, kommt aus der Oberpfalz (ist beides in Bayern, tschuldigung). Typischer Satz: "Meinste das wär geiler, wenn man Olivenlake reintut?"

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