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Kahlúa

Kahlúa steht auf der ganzen Welt stellvertretend für Kaffeelikör.
Kahlúa steht auf der ganzen Welt stellvertretend für Kaffeelikör.

Kahlúa, das ist für viele Menschen gleichbedeutend mit Kaffeelikör und das obwohl es davon diverse am Markt gibt. Manche etwas günstiger, manche etwas teurer, manche süßer, andere herber, bitterer. Aber alle schmecken sie nach Kaffee. Der Grund, warum seit fast zwei Jahrzehnten jeder Hobby-Barkeeper eine Flasche Kahlúa zu Hause stehen hat, ist der White Russian. Den Cocktail aus Sahne, Wodka und Kaffeelikör mixte sich der Protagonist des Films The big Lebowski in 117 Minuten genau neun mal – und zwar jedes Mal mit demselben Kaffeelikör.

Der Film wurde Kult, White Russian wurde Kult, Kahlúa kam in die Hausbars der Welt. Im Nachhinein ist der Erfolg des mexikanischen Likörs also fast schon Zufall. Klar – die auffällige Flasche mit dem gelben Etikett stach schon vorher heraus und als Digestif-Likörchen nach einem schweren Essen war der Kahlúa auch schon vor 30 Jahren bekannt. Angesichts dessen könnte man fragen: „Wer braucht ein Tasting von etwas, das jeder kennt?“ Aber wir behaupten jetzt einfach mal dreist, dass 80 Prozent der Leute, die eine Flasche Kahlúa daheim haben, ihn noch nie pur getrunken haben. Lohnt sich aber.

Die Geschichte hinter Kahlúa

Kahlúa entstand in den 1930ern, als sich – so der offizielle Pressetext – vier mexikanische Kumpels dazu entschieden haben, richtig guten Schnaps zu machen, statt zu arbeiten. Also pflanzten sie Zuckerrohr und Kaffee an, brannten Rum und kombinierten ihn nach einiger Zeit der Fasslagerung mit Kaffee. Bäm, Kaffeelikör und zwar seit 1980 der meistverkaufte der Welt.

Als in den 50ern im Abstand von wenigen Jahren erst der Black Russian und später der White Russian erfunden wurden, bekam der schwarze Saft einen ersten großen Boom: 1949 entstand der schwarze Russe als Hommage an die amerikanische Botschafterin Perle Mesta in Belgien. Wie dann später daraus der White Russian wurde, darüber streiten sich Schnaps-Historiker. Aber Milch in Kaffee kippen, das klingt halt auch naheliegend.

Wie schmeckt Kahlúa?

Im Glas ist der Kahlúa schwarz und nur leicht durchscheinend und so dick wie ein Likör eben sein muss. Keine Panik, wir verkosten ihn nicht wirklich aus der Espressotasse – für die Nase wäre das suboptimal, weil alle Aromen verfliegen. Im Nosingglas liefert der Kahlúa dagegen ab: Dunkler Kaffee ist das klar dominierende Aroma, dahinter kommen Vanille und ein Hauch von Schokolade. Alkoholische Noten? Fehlanzeige.

Nase: Kaffee, Vanille, Schokolade

Zunge: Kaffee, Vanille, Zucker, Rum

Im Mund ist der Kahlúa vollmundig und schwer, dazu sehr, sehr süß. Aber das Zeug ist ja nicht umsonst ein Likör. Das eigentliche Aroma kommt aber erst im Abgang: kräftige Kaffeenoten und dazu das Vanille-Aroma, fast könnte man meinen, man trinkt einen Eiskaffee. Ganz zum Schluss verabschiedet sich der Likör mit einer sanften Rum-Note aus dem Mund.

Kahlúa in Cocktails

Weil die meisten ihren Kaffeelikör eh fast nur für Cocktails nutzen, muss man dazu eigentlich kaum was sagen. Für’s Protokoll trotzdem: Wenn man Kahlúa in den White Russian oder Black Russian packt, dann bleibt von ihm im Wesentlichen die Süße und der Kaffeegeschmack, beides sehr prägnant. Das ist auch das, was der Kahlúa in den Drink bringen soll und das macht er gut.

Wir raten Experimentierfreudigen Cocktail-Fans unbedingt, auch mal andere Kaffeeliköre auszuprobieren. Moco Kaffeelikör beispielsweise geht eher in Richtung Karamell und ist deswegen eine gute Wahl, wenn ihr euren White Russian vielleicht noch mit Schokosirup aufschütten wollt. Klingt jetzt vielleicht eher nach Dessert als nach Cocktail-Rezept – aber wer meckert bitte über beschwippstes Dessert?

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Fazit: Nicht zu unrecht der meistverkaufte Kaffeelikör der Welt. Tolle Alternative zum Espresso nach dem Essen, lecker in allen Kaffee-Cocktails.

Daten: 20 Prozent, um 20 Euro, Mexico

JohannTrasch

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