Cocktailbart / Cocktails / Cocktails mit Wodka / White Russian: das beste Rezept für den Big Lebowski-Cocktail

White Russian: das beste Rezept für den Big Lebowski-Cocktail

White Russian und Black Russian Quelle: Fotolia © malinkaphoto
Rezept für den White Russian

Das Cocktail-Rezept für den White Russian

  • 6 cl Wodka
  • 3 cl Kaffeelikör
  • 3 cl Sahne

Sahne leicht anschlagen, sodass sie gerade noch flüssig ist. Wodka und Kaffeelikör in einen Tumbler mit Eiswürfeln oder einem einzelnen dicken Eiswürfel geben und umrühren. Sahne über den Rücken eines Löffels ins Glas floaten lassen. Nicht mehr umrühren. Trinken.

Die Einkaufsliste

Einkaufsliste für Amazon.de

(Mit einem * markierte Links sind Affiliate-Links aus dem Amazon-Partnerprogramm. Benutzt ihr diese für euren Einkauf, erhalten wir dafür eine kleine Provision.)

Wir würden diesen Artikel über den White Russian gerne nicht mit dem Dude starten, lieber erstmal über den Cocktail an sich reden als über den Kultfilm “The Big Lebowski” von 1998. Aber sind wir mal ehrlich: Für die meisten von uns war es dieser Film, dieser Lebowski, der uns mit dem simplen Drink in Berührung brachte. Wodka, Kahlua, Sahne lässig in ein Glas kippen, kurz nippen und  den Milchbart der Freiheit an der Oberlippe spüren, der uns für einen kurzen Moment glauben lässt, wir wären cool genug, um morgen im Bademantel in die Arbeit zu gehen.

Mit dem White Russian trinkt man ein Gefühl und die Erinnerung an die Kultfilm-Nächte der eigenen Jugend – und natürlich Kaffeelikör, Wodka und Sahne. Genug Nostalgie, jetzt kommt die Stelle, an der dieser Text interessant wird. Wir begehen jetzt nämlich Ketzerei: Der Dude macht alles falsch. Wenn irgendwer nicht weiß, wie man einen White Russian macht, dann Jeffrey Lebowski. Der Drink geht nämlich so:

Das Cocktail-Rezept für den White Russian

  • 6 cl Wodka
  • 3 cl Kaffeelikör
  • 3 cl Sahne

Sahne leicht anschlagen, sodass sie gerade noch flüssig ist. Wodka und Kaffeelikör in einen Tumbler mit Eiswürfeln oder einem einzelnen dicken Eiswürfel geben und umrühren. Sahne über den Rücken eines Löffels ins Glas floaten lassen. Nicht mehr umrühren. Trinken.

Die Basis für einen White Russian ist ein Black Russian

Nachdem wir jetzt Häresie an einem der wichtigsten Filme des letzten Jahrhunderts begangen haben, können wir endlich über Cocktails reden: Am White Russian kann man grundsätzlich nämlich erstmal nicht viel falsch machen – es gibt kaum Stellschrauben, an denen man drehen kann. Aber diese wenigen haben einen gewaltigen Einfluss darauf, ob ihr blöd machende Milchpampe sauft oder den besten Drink eures Lebens.

Fangen wir bei der Basis an: Hauptzutaten für einen White Russian sind Wodka und Kaffeelikör. Nimmt man sonst keine Zutaten außer Eis mehr dazu, hat man einen Black Russian. Wenn man für den einen halbwegs guten Wodka nimmt, hat man schon alles richtig gemacht. Klar: Mit dem Kaffeelikör kann man viel rumspielen, mal einen etwas teureren Patron XO oder Bébo nehmen, statt des üblichen Kahlua. Generell sind die Kaffeenoten aber bei jedem dieser Liköre auf einem ähnlichen Niveau, solange man nicht für unter 10 Euro irgendwas aus den Discounter-Regalen nimmt. Das schmeckt meistens nach Sprit mit Espresso vom Vortag.

Ein White Russian Cocktail im Tumbler-Glas.
Ein White Russian Cocktail im Tumbler-Glas.

Einen Black Russian mischt man normalerweise im Verhältnis 2:1 , also 2 Teile Wodka, 1 Teil Kaffeelikör. Manche nehmen etwas weniger Kaffeelikör, mischen eher im Verhältnis 2:0,75 – hat in unseren Tests aber praktisch keinen Unterschied gemacht und war schlecht zu messen. Also: 2:1 mischen, gute Grundzutaten nehmen, und ihr bekommt einen tollen Black Russian. Der ist für sich schon lecker, wenn auch natürlich deutlich weniger süffig als die weiße Variante – aber wegen dem sind wir nicht hier.

Was gehört in den White Russian: Milch oder Sahne?

Um aus einem Black Russian einen White Russian zu machen, braucht man Milch oder Sahne. Auf Studentenpartys nimmt man meistens Milch, die ist eh da, und schüttet Sie im Verhältnis 1:1 in die Wodka-Likör-Mischung. Das ist okay, das kann man machen. Aber am Ende kriegt man halt einen kalten Milchkaffee mit einem leichten Wodka-Nachgeschmack. Der Dude nimmt Half and half, eine Mischung aus Sahne und Milch, die in etwa die Konsistenz frischer Vollmilch hat. Schon das bringt dem Drink viel, macht ihn ein wenig dickflüssig, auch wenn das zusammen mit dem Kaffeelikör wahrscheinlich eher wie einfacher Kaffee schmeckt. Aber greift man zu richtiger Sahne, verbessert man Mundgefühl und Geschmack deutlich.

Sahne schlagen für den White Russian
Sahne schlagen für den White Russian

Der Trick aber, mit dem ihr aus eurem Standard-White Russian den grandiosesten White Russian aller Zeiten macht: schlagt die Sahne an. Schnappt euch ein Rührgerät oder einen Milchaufschäumer, rührt damit solange in der Sahne herum, bis sie gerade noch flüssig ist und kippt das dann über den Rücken eines Löffels in die Suppe aus Wodka und Kaffeelikör. Sahne und Kahlúa werden sich nicht mischen, stattdessen wird die Sahne auf dem Drink floaten; wenn ihr trinkt, bekommt ihr trotzdem von beiden Schichten was ab.

Das Ergebnis ist ein vollkommen neues, anderes Mundgefühl, ein Drink der wirklich dickflüssig ist. Dadurch, dass der Geschmack des White Russians sich erst im Mund zusammenmischt, wird das Cocktail-Rezept ein kleines kulinarisches Abenteuer. Eines, das zugegeben als Dessert zählen könnte – zwei bis drei der flüssigen Sahnetörtchen machen nämlich nicht nur tüdelig im Kopf, sondern auch satt. Tipp: Zwingt eure Freunde, auch White Russians zu trinken, dann geht das Aufschlagen der Sahne dank der größeren Menge leichter von der Hand.

Tumbler oder Martiniglas für den White Russian?

Der Dude trinkt seinen White Russian mit ganz, ganz viel Kahlúa aus dem Tumbler, dazu Eiswürfel, Studenten trinken ihn aus Plastikbechern – auch hier: Eiswürfel – und Leute, die von sich selber gerne in der dritten Person als “der Connaisseur” sprechen, trinken ihn aus einem Martiniglas. Letzteres ist geschmacklich fast gleichwertig, macht den Drink aber ungleich aufwendiger: Statt ihn wie beim Tumbler einfach im Glas zu bauen, müsst ihr ihn im Shaker mixen und ohne Eiswürfel abgießen. Als After-Dinner-Shortdrink wäre das eigentlich die logische und auch klassische Variante, in der man den White Russian genießen sollte. Sie macht nur keinen Spaß. Die Sahne kommt nicht so spannend heraus.

White Russian im Martiniglas
White Russian im Martiniglas

Gerade mit der halbgeschlagenen Sahne, die sich auf den Eiswürfeln wie feiner Schnee niederlässt, und dem Look, den ein gut gemixter White Russian im Tumbler mitbringt … Nein, wir sind keine Fans der Cocktailschale. Zumindest nicht für diesen Drink. Anders sieht es zum Beispiel beim recht ähnlichen Espresso Martini aus, der wegen seines Auf-die-Fresse-Charakters durchaus ohne Eis serviert werden sollte – aber um den geht’s hier nicht.

Zimt, Nelken und Muskat auf dem White Russian

Vielerorts packt man noch Weihnachtsgewürze auf die Sahnekrone des White Russians, was lecker riecht und gut ausschaut – aber leider in unseren Tests großteilig durchgefallen ist. Geschmacklich bringt es mehr Fehltöne als Genuss, höchstens die Muskatnuss könnte man mit viel guter Laune ertragen. Aber: Das ist eine Geschmacksfrage. Wir raten euch dringend, hier zu experimentieren, weil ihr euren White Russian so speziell für euch vielleicht noch besser macht – nur uns kriegt ihr mit Gewürzen hier leider nicht rum. Und den Dude sowieso nicht.

Einkaufsliste für Amazon.de

(Mit einem * markierte Links sind Affiliate-Links aus dem Amazon-Partnerprogramm. Benutzt ihr diese für euren Einkauf, erhalten wir dafür eine kleine Provision.)

Bonusfrage: Was ist eigentlich ein “Caucasian”?

Der White Russian ist zuweilen auch unter dem Namen Caucasian bekannt – ein hauptsächlich im American English verwendetes Wort für Weißer. Je nachdem, wen man in welcher Bar zu welcher Uhrzeit fragt, fällt der Unterschied zum White Russian anders aus. Mal geht es um das verwendete Milchprodukt, mal um die Art der Zubereitung. Die Grenzen sind ergo fließend. Allerdings vermutet man mancherorten, dass ein Caucasian seines Namens nur dann würdig ist, wenn er gerührt serviert wird und so tatsächlich eher blass im Glas liegt. Das einzige Mal, dass der Dude sich seinen White Russian als Caucasian bestellt, unterstützt diese Aussage dann auch.

Unser Rezept für den White Russian taugt dir?

Dann lass uns doch eine Bewertung da - keine Anmeldung nötig:
[Gesamt: 68   Durchschnitt:  3.2/5]

 

Bildquelle Aufmacher: Fotolia © malinkaphoto

Johann

Cocktailbarts Archmage of Content bei Nacht, stolzer Familienvater / Texter / Konzepter / Kreativarbeiter bei Tag.

20 Kommentare

Klicke hier um einen Kommentar hinzuzufügen

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu.

    • Wenn er dir so nicht schmeckt, ist das okay 🙂 Aber wir finden ihn mit Milch halt wässrig und langweilig. Wie erwähnt ist Half & Half ein schöner Mittelweg.

  • Mit dem Mischungsverhältnis widersprecht ihr euch aber. Oben steht 6 cl Wodka und 4 cl Kaffeelikör und im Text ein Mischverhältnis von 2:1. Also ich nehme dann auch nur 3cl Kaffelikör, egal ob Black oder White Russian, sonst wird es mir zu süß. ?

    • Dummer Fehler unsererseits: Bis vor einigen Wochen stand hier ein 8cl/4cl-Rezept das wir damals aus einem viel zu großen Glas abgeleitet hatten. Den Wodka-Anteil hatten wir nach einigem “Ihr Suffnasen geht aber ab!”-Feedback auf normale Glas-Größe korrigiert, Sahne und Kaffeelikör gingen im Stress wohl unter. Ist jetzt angepasst – vielen Dank für den Hinweis 🙂

  • Also ich nehme immer das 2:1 Verhältnis Wodka/Kaluha. Mit Eis geshaked und in ein Martini Glas abgeseiht. Und dann kommt mein Trick: 1,5% Milch kalt zu Schaum geschlagen (wie für Cappuccino, nur halt mit kalter Milch) vorsichtig oben auf.

    Schmeckt und fühlt sich an wie Euer Rezept mit der Sahne, nur ist es quasi fettfrei und daher besser verdaulich. Zumindest für mich.

    • Weil ich neugierig war hab ich Euer Rezept ausprobiert. Mein Fazit: nie wieder. Weil? Die Eiswürfel verdünnen den Russen viel zu sehr, der ganze Geschmack ist schnellstens weg. Für mich bleibt: den Russen eiskalt ins Martini Glass ohne Eis gießen. Und dann die Milch oben drauf.

      • Wie im Artikel schon erwähnt, sind wir bei diesem Drink keine Fans vom Martiniglas – vielleicht mal eine Variante mit einem einzigen, großen Eiswürfel probieren? Wenn dich auch die nicht überzeugt ist auch das natürlich vollkommen in Ordnung – Geschmäcker sind ja zum Glück unterschiedlich.

        Wir stehen zum Beispiel auch ganz explizit auf die fette und cremige Sahne (was bei einigen Leuten zugegeben nicht gut ankommt, siehe erster Kommentar), aber wir erheben hier auch nur selten den Anspruch auf Massenkompatibilität, sondern geben die Rezepte so wieder, wie wir sie gut finden.

        Trotzdem aber danke für den Tipp mit der Milch – den klauen wir knüppelhart, wenn das nächste Mal Gäste zu Besuch sind, die mit der halbgeschlagenen 30prozentigen Sahne genauso zu kämpfen haben wie du 🙂

  • Half und half hat ca. 12% fett
    Vollmilch 3,8%
    ….soviel zu der Aussage oben

    Mit Sahne habe ich’s auch schon gemacht und es ist einfach viel zu fett.

    Schlechter Artikel der sich widerspricht und mit falschen Aussagen gespickt ist bravo.

    • Die Meinungen dazu, wo die Grenzen zwischen Caucasian und Russian verlaufen sind irre breit gefächert – ergo tun wir uns da schwer, das einfach so zu verorten. Vor allem, da er den Caucasian nur in der Bowlingbahn bestellt und in zu anderen Gelegenheiten durchaus White Russian nennt, was dafür spricht, dass das für den Dude dasselbe ist.

      So oder so: Natürlich ist die Google-Headline, die dich hergeführt hat richtig fieser Clickbait und richtig und falsch in Sachen Drinks halt auch immer Geschmacksfrage 🙂

      • meine Lieblingsbar macht den white russian quasi genau so, wie ihr beschreibt, (sie fragen meistens noch, ob lieber mit Milch oder Sahne) …
        …UND: hat noch die Variante die ich nur von dort kenne, hier auch noch nicht gelesen habe und die ich persönlich absolut genial finde: sie raspeln noch etwas (ca. eine halbe) Kaffeebohne oben drüber!
        Das finde ich die perfekten i-Tüpfelchen auf meinem Lieblingsdrink: probiert es mal aus. Zum Wohle
        El Duderino

        • Kaffeebohne raspeln – so naheliegend und doch wären wir nie drauf gekommen. Superdickes Danke für den Tipp, wird ausprobiert! 🙂

  • Ziemlich mutig (und ein wenig reißerischer Clickbait), den Artikel mit so einem Titel zu versehen. Ich möchte pauschal niemandem seine “Lieblingsmischung” absprechen oder sagen: auf diese oder jene Weise einen Cocktail zu mischen sei falsch. Denn das stimmt einfach nicht, im Gegenteil – ich denke, jeder macht ihn so, wie er oder sie es für richtig hält, und das ist auch gut so. Allerdings vergesst ihr bei eurer Ansage von wegen “DER DUDE MACHT IHN FALSCH!” einen wichtigen Punkt:

    Viele Menschen – mich inbegriffen – die sich vorher vielleicht noch nie ernsthaft mit Cocktails beschäftigt hatten bzw. sich für die Mix-Kunst weniger interessieren, als mehr für den Genuss hinterher… diese Leute haben eventuell den “Weißen Russen” zuvor gar nicht gekannt und eventuell erst durch den Film wirklich auf ihren Radar bekommen.

    Mit anderen Worten: das “Big Lebowski”-Rezept war möglicherweise das erste und einzige, welches solche Leute kennen gelernt haben. Und in dem Moment wird es für sie dann zur “einzig richtigen” Option, weil es so unglaublich populär zu sein scheint. Also, langer Rede kurzer Sinn: macht euch den Russen halt gern so, wie ihr wollt. Aber zu sagen: “So wie man es im Film sieht, ist es absoluter Unfug” – das ist Unfug in sich, denn das “Dude”-Rezept ist wahrscheinlich 100x bekannter als das des “richtigen” Getränks. Als ich das erste Mal in eine Bar ging und einen bestellte, und dann sah, dass sie Sahne da rein machten, wollte ich beinahe schon mein Geld zurück… bis mir dann einer erzählt hat, dass es so eigentlich eher korrekt ist.

    Moral von der Geschichte: niemals den Effekt von Popkultur unterschätzen.

    • Moin Thraxx,

      wie in den Kommentaren oben schon erwähnt: klar ist die Headline ganz fieser Clickbait. Und klar: jeder darf, soll, MUSS sich seinen Drink so mixen und bestellen dürfen, wie er ihn am liebsten mag. Daran allein ist gar nichts Falsches. Auch wissen wir natürlich, wie viel der Drink dem dem Dude zu verdanken hat – nämlich de facto alles. Vielleicht würde man ihn in den USA noch kennen, hierzulande wäre der White Russian ohne Jeffrey Lebowski wenig mehr als eine Randnotiz.

      Aber allein davon wird das, was der Dude da mixt, halt schlicht nicht “richtig”. So wie Spaghetti mit Kochschinken und Sahne auch durchaus schmackhaft aber halt keine Pasta alla carbonara sind, nur weil das der Durchschnittsdeutsche das seit 70 Jahren so kocht 🙂

  • Für mich braucht es keinen Kahlua, Sahne finde ich auch grässlich. Aufgeschäumte Milch ist ein Klasse- Tip. Ich nehme Mandelmilch und quirle diese im Smoothy- Maker kurz. Schäumt Mega. Das Ganze über Russian Standard auf Ice, Lekker.

    • Kann man machen und obwohl ich mit Nussmilch sonst nicht so viel anfangen kann – dass die Mandelmilch hier passt, glaube ich unbesehen. Wenn ich mal wieder welche dahabe probiere ich das gerne aus.

      Nur: Ist halt in der Form ein komplett anderer Drink 🙂

  • Wer wie ich zu faul ist, für einen White Russion extra den Mixer auszupacken und hinterher wieder sauber zu machen (oder wer die schlafenden Kinder nicht wecken will…), nimmt die Sahneflasche und schüttelt sie eine knappe Minute. Dann kann man sie direkt aus der Flasche über den Löffel laufen lassen, und am nächsten Morgen hat der Rest in der Flasche wieder die ursprüngliche Konsistenz!