Cocktailbart / Cocktails / Cocktails mit Gin / Tom Collins oder: Was ist eigentlich ein Collins Cocktail?

Tom Collins oder: Was ist eigentlich ein Collins Cocktail?

Ein John Collins wird im Gegensatz zum Tom Collins mit Genever oder Dry Gin statt Old Tom Gin gemixt.
Tom Collins

Rezept für den Tom Collins

  • 6 cl Old Tom Gin
  • 3 cl Zitronensaft
  • 1,5 cl Zuckersirup
  • ca. 10 cl stark sprudelndes Wasser

Gin, Zitronensaft und Zuckersirup ins Glas geben und verrühren. Mit Eis auffüllen und mit Soda toppen. Mit Zitronenscheibe und nach Lust und Laune einer Cocktailkirsche garnieren. Trinken.

John Collins

Rezept für den John Collins

  • 6 cl Dry Gin oder Genever
  • 2,25 cl Zitronensaft
  • 2 cl Zuckersirup
  • ca. 10 cl stark sprudelndes Wasser

Gin, Zitronensaft und Zuckersirup ins Glas geben und verrühren. Mit Eis auffüllen und mit Soda toppen. Mit Zitronenscheibe und nach Lust und Laune einer Cocktailkirsche garnieren. Trinken.

Die Einkaufsliste

Die Amazon.de-Einkaufsliste für Collins-Cocktails

(Mit einem * markierte Links sind Affiliate-Links aus dem Amazon-Partnerprogramm. Benutzt ihr diese für euren Einkauf, erhalten wir dafür eine kleine Provision.)

Cocktail-Kategorien, nä? Über ganz wenige Dinge lässt sich in der Barwelt so trefflich streiten – und das will durchaus was heißen. Der Tom Collins oder besser: die dazugehörige Cocktail-Kategorie des Collins an sich ist dafür besonders gut geeignet. Es fängt mit der Frage an, was ein Collins denn jetzt eigentlich genau ist, geht über die Zubereitung und die Unterschiede zum sehr ähnlichen Fizz (und eigentlich kann man an der Stelle auch gleich Beef mit Longdrinks und Highballs anfangen) und endet bei der finiten Auswahl der passenden Spirituose zum jeweiligen Vornamen.

Vornamen? Jap: Collins-Drinks vereint zwar die Grundidee – Spirituose, Zitrone, Zucker, Wasser – und der Nachname, Collins eben, aber jede Variante hat ihren eigenen Vornamen. So heißt die Variante mit gesüßtem Old Tom Gin eben Tom Collins und die Version mit Irish Whiskey etwa Mike. Immer vorausgesetzt, man nennt das Ding dann nicht einfach Whisky Soda. Jedenfalls ist man sich auch hier in vielen Bereichen uneinig. So trägt der Rum Collins etwa gar keinen Vornamen, der John Collins dagegen kann aus Whiskey, Genever oder Dry Gin gemixt werden. Je nachdem wen man fragt. Wo man sich beim Collins dann überhaupt sicher sein kann? Na, bei der Hintergrundgeschichte schon mal nicht:

Die Story hinter Tom Collins & Co

Schon Jerry Thomas‘ erster „Bartender’s Guide“ von 1876 kennt den Drink, damals allerdings in jeder Variante als Tom Collins mit den Suffixen Whiskey, Brandy, Gin, wobei der „Tom Collins Whiskey“ als erstes genannt wird. Harry Johnson’s Bartender Manual nennt die Collins-Cocktails erst in einer späteren Auflage, trennt sie dann aber klarer. Der John Collins mit „Hollands Gin“ sprich Genever, der gute Tom mit Old Tom Gin.

Cocktail-historisch taucht der Collins schon irgendwann ab 1850 auf, wohl als Nachfolger des beliebten Gin Punch – ein klassischer Punch-Drink aus Gin, Zitrussaft, Wasser und etwas Maraschino. Glaubt man der gängigsten Erzählung, hat der Bartender John Collins aus dem Londoner Limmer’s den Drink erfunden und im Nachhinein nach sich benannt, seine Spezialität soll eben besagter Punch gewesen sein. Da in dieser Zeit viel über Hörensagen lief und gerade Rezepte nicht immer genau weitergegeben wurden, machte ohnehin schon damals jeder seinen Collins, wie er wollte.

Ein Tom Collins mit Old Tom Genever.
Ein Tom Collins mit Old Tom Genever.

Gerade die Frage nach der Basis-Spirituose – hier geben sich gesüßter Old Tom Gin, Genever und Dry Gin die Klinke in die Hand – ist eine, die sich meist grob mit der Verbreitung der jeweiligen Spirituose deckt. So war im 19. Jahrhundert Dry Gin schlicht kein Thema – praktisch aller Gin war so mies, dass Zucker rein musste. Daher gab’s Old Tom Gin mit Zucker und holländischen Genever … mit Zucker. Und erst im 20. Jahrhundert kam dann Dry Gin dazu, allerdings machte sich da wiederum kaum jemand Gedanken um die richtige Zuteilung der Vornamen. Wir halten uns im Zuge dessen jetzt einfach an die gängigen Versionen und Mischverhältnisse:

Rezept für den Tom Collins

  • 6 cl Old Tom Gin
  • 3 cl Zitronensaft
  • 1,5 cl Zuckersirup
  • ca. 10 cl stark sprudelndes Wasser

Gin, Zitronensaft und Zuckersirup ins Glas geben und verrühren. Mit Eis auffüllen und mit Soda toppen. Mit Zitronenscheibe und nach Lust und Laune einer Cocktailkirsche garnieren. Trinken.

Rezept für den John Collins

  • 6 cl Dry Gin oder Genever
  • 3 cl Zitronensaft
  • 2 cl Zuckersirup
  • ca. 10 cl stark sprudelndes Wasser

Gin, Zitronensaft und Zuckersirup ins Glas geben und verrühren. Mit Eis auffüllen und mit Soda toppen. Mit Zitronenscheibe und nach Lust und Laune einer Cocktailkirsche garnieren. Trinken.

Wieso genau diese Rezepte, oder: Was is’n der Unterschied zum Gin Fizz?

John Collins und Gin Fizz bestehen beide aus Wasser, Gin, Zitrone und Zucker und wer lange genug sucht, findet für beide Rezepte in jeder nur denkbaren Variante. Zum einen, weil vielen Leuten die Nomenklatur an der Zeste vorbeigeht, zum anderen weil eben die Definitionen sehr weit auseinanderklaffen. Für uns am schlüssigsten klingt folgende Unterscheidung: Fizzes werden immer geschüttelt und anschließend mit einer kleinen Menge Wasser aufgefizzt, entweder im Kelch oder im Highballglas. Ob der Drink auf Eis serviert wird oder nicht, ist dann schon wieder Geschmacksfrage, klassisch sollte er ohne kommen.

Der Collins dagegen wird in einem viel größeren Glas serviert, mit deutlich mehr Wasser und immer auf Eis. Shaken ist optional und kann zu einem geschmacklich dichteren Ergebnis führen, aber für uns ergibt das dann an der Stelle einfach nur einen verlängerten Fizz. Der Collins ist für uns aber die bevorzugte Wahl für unkomplizierte Abende, heiße Tage oder auch mal besonders kräftige Gins, die geschmacklich das Mehr an Soda auch aushalten.

Die Mischverhältnisse haben sich in dieser Form bewährt – freilich lässt sich aber gerade die Wassermenge an eure Bedürfnisse anpassen oder ihr mögt euren Tom Collins einfach noch ein bisschen süßer als wir (die wir eigentlich eher zu Team John halten). Das ist alles in jedweder Form erlaubt und bis zu einem gewissen Grad auch vom benutzten Gin und der Säure eurer Zitronen abhängig. Klar: „Da müsst ihr euch selber rantasten.“ ist als Tipp eher so mittelhilfreich. Aber gebt’s doch zu: ihr habt Bock!

Welche Gins eignen sich für welchen Collins-Cocktail?

Zucker und Zitrone verschleiern ein paar Schwächen mehr als das Tonic Water im Gin Tonic, deswegen kommen im Collins nicht ganz so viele Aromen beim Genießer an wie beim großen Bruder. Das hat zwei Dinge zur Folge, Nummer Eins: der Collins könnte euch schmecken, wenn ihr Gin Tonic schon irgendwie gut, aber zu furztrocken-wacholdrig findet. Nummer Zwei: Wenn ihr einen Collins mit Power haben wollt, braucht ihr einen Gin mit Power.

Ein John Collins wird im Gegensatz zum Tom Collins mit Genever oder Dry Gin statt Old Tom Gin gemixt.
Ein John Collins wird im Gegensatz zum Tom Collins mit Genever oder Dry Gin statt Old Tom Gin gemixt.

Für einen John Collins mit Gin empfehlen wir gerne Wacholdergranaten wie Hepple oder Juniper Jack (vor allem in der Navy-Variante), in der Genever-Version sind By the Dutch Old Genever oder der Old Simon Genever von Rutte wunderschöne Basis-Spirituosen. Beim Old Tom Gin benutzen wir normalerweise nur zwei Produkte: Den Citadelle No Mistake Old Tom oder den Ableforth’s Bathtub Gin Old Tom. Ersterer ist etwas raffinierter (geht im Drink am besten mit der Zitrone und dem Zucker etwa um die Hälfte runter), Letzterer hat dafür mehr Kraft.

Die Dekoration

Bin den Gin Collins-Varianten geht der Fokus klar zur Zitrone was die Deko angeht, meistens als frisch geschnittenes Rad. Ist zwar im ersten Moment ein bisschen 80er, aber bei einem so schlichten und klassischen Cocktail ist gegen ein bisschen Kitsch nichts einzuwenden (vor allem, wenn der Kitsch nur deshalb Kitsch ist, weil ihr totale Snobs seid (und da nehmen wir uns nicht aus)). Auch die Kombo aus Zitronenrad und Cocktailkirsche hat was für sich – und freilich lassen sich genau wie beim Gin Fizz viele andere passende Dekos finden, vom mediterranen Rosmarinzweig bis zum Grünteeplätzchen.

Was bei aller Klassik nicht geht: Das Ding undekoriert servieren. Dieses Spiel mit der Schlichtheit steht einem Whisky Soda hervorragend zu Gesicht, bei einem Tom Collins ist es zumindest für uns wenig passend.

Unsere Rezepte für Collins-Cocktails taugen dir?

Dann lass uns doch eine Bewertung da - keine Anmeldung nötig:
[Gesamt: 0   Durchschnitt:  0/5]

 

Johann

Cocktailbarts Archmage of Content bei Nacht, stolzer Familienvater / Texter / Konzepter / Kreativarbeiter bei Tag.

Kommentar hinzufügen

Klicke hier um einen Kommentar hinzuzufügen

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu.