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Pierre Ferrand Cognac 1840 Original Formula – Cognac für die Bar

Ferrand Cognac 11840 im Barbapapa, garniert mit Zuckerwatte und Marshmallow.
Ferrand Cognac 11840 im Barbapapa, garniert mit Zuckerwatte und Marshmallow.

Weinbrand an der Bar ist ein schwieriges Thema: Die meisten Hobby-Bartender haben die Spirituose schlicht nicht auf dem Zettel, sind doch Gin, Whisky, Rum und eventuell noch Tequila erstmal gängiger – und in vielen Fällen auch kräftiger und spannender. Auch in professionellen Bars steht seltenst mehr als eine Flasche für den obligatorischen Brandy Crusta oder einen Sidecar – und dann meist ein Brandy mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis und kräftigen Aromen statt eines Cognacs. Denn so rund, ausgewogen und fruchtig so manche Vertreter des edlen, französischen Weinbrands daherkommt, so fragil sind ihre Aromen doch oft im Zweikampf mit anderen Spirituosen und Zitrussäften.

Die Flasche für dieses Tasting wurde uns von Ferrand Deutschland zur Verfügung gestellt, Bedingungen an den Artikel gab es nicht. Mehr Informationen dazu am Ende des Artikels. 

Und das, obwohl Cognac noch im 19. Jahrhundert eine der wichtigsten Bar-Spirituosen überhaupt war, wie Kollege Sepo auf Galumbi.de gewohnt interessant ausführt. Weil sich die Entwicklung der Kategorie in den letzten hundert Jahren aber deutlich zugunsten des puren Genusses wandelte, wurden ihre Produkte feingliederiger und mit meist 40% Trinkstärke auch etwas zurückhaltender. Ähnlich wie beim Pierre Ferrand Dry Orange Curaçao wollte Ferrand-Mastermind Alexandre Gabriel etwas erschaffen, das den Ansprüchen der früheren Zeiten gerecht wird – und holte sich für den Pierre Ferrand Cognac 1840 Original Formula erneut Cocktail-Historiker David Wondrich ins Boot.

Die Story hinter Pierre Ferrand Cognac 1840 Original Formula

Falls euch Ferrand ein Begriff ist, obwohl ihr bisher so gar nichts mit Cognac am Hut habt, könnte das daran liegen, dass ihr Rum mögt: das Cognac-Haus hat nämlich nicht nur eine lange Tradition in der Herstellung von Weinbrand, sondern ist auch Dachmarke von unter anderem Rhum Clement und Plantation. Ähnlich wie bei den Melasse-Destillaten des Hauses hat Master Blender Alexandre Gabriel aber natürlich auch in der Kernkompetenz des Unternehmens große Ansprüche und einen festen Blick auf die gehobene Bar. Zusammen mit Kellermeister Christian Guerin und dem eben erwähnten Wondrich hat er sich durch eine nicht näher genannte (aber wohl recht hohe) Zahl Cognacs verkostet, die teils sogar aus dem 19. Jahrhundert stammten.

Ferrand Cognac 11840 im Old Fashioned mit Aromex Bitters von Dr. Sours.
Ferrand Cognac 11840 im Old Fashioned mit Aromex Bitters von Dr. Sours.

Um das Erlebnis klassischen Bar-Cognacs in ein modernes Destillat zu bekommen, setzt man auf einen Blend aus 3 bis 5 Jahre alten Bränden, der mit einem kleinen Anteil 20jährigem verfeinert wurde und mit (heute) ungewöhnlich hohen 45 Prozent abgefüllt wurde. Alle Anteile wurden zweifach auf Pot Stills destilliert und zunächst in frischen Eichenfässern und anschließend in gebrauchten, getoasteten Ex-Cognac-Fässern gereift.

Als Klassifizierung trägt der Pierre Ferrand Cognac 1840 Original Formula drei Sterne, was einem VS, sprich: Very Special Cognac entspricht, dessen jüngster Bestandteil mindestens zwei Jahre alt sein muss. Die Trauben für die Spirituose stammen aus der Grand Champagne, deren Cognacs als die qualitativ hochwertigsten gelten – was auf der Flasche als „1er – Cru de Cognac Grand Champagne“ verewigt ist. Generell zur Flasche: ihr Design ist angelehnt an einen Pinet Castillon aus dem Jahr 1840 – daher auch der Name.

So schmeckt Ferrand 1840

Der Cognac schwenkt sich leichtfüßig, zieht aber schwere, schnelle Beinchen nach dem Schwenken. Farblich erinnert er an hellen Bernstein , im richtigen Licht wirkt er fast rot. Die Nase ist frisch und fruchtig: Pfirsiche und Birnen sind da, dazu Trauben. Das Fass zeigt sich in Eichentönen und einer recht würzigen Vanille. Spritziger Weißwein schimmert durch, mit ein paar Noten von Zitronen und Holunder. Nach ein paar Minuten Ruhezeit kommen florale Noten hinzu, die sind aber schwer greifbar.

Nase: Pfirsich, Birne, Trauben, Eiche, Vanille, Weißwein, Zitrone, Holunder, florale Noten

Mund: Birnen, Trauben, Kirschen, Honig, Gewürze, Vanille, Eiche, Champagner, Zitrone

Im Mund ist er unerwartet breit und auch zunächst noch fruchtiger als erwartet: Birnen und Trauben sind da und sogar ein paar Kirschen. Am Gaumen entfaltet sich dann eine cremige Honig-Note und eine kräftige Vanille, die sich im Abgang in Eiche verwandelt. Im Nachgeschmack bleibt vor allem der intensive, würzige Honig zurück, mit angenehm warmen Gewürznoten. Der zweite Schluck offenbart Champagner-Anklänge und erneut einen Hauch von Zitrus. Obwohl er kraftvoll rüberkommt, sind die 45 Prozent hervorragend eingebaut, der Cognac geht butterweich runter.

Pierre Ferrand Cognac 1840 pur und in Cocktails

Schon pur ist der 1840 ein spannendes Produkt, das durchaus mit einigen älteren VSOP-Cognacs mithalten kann – ihnen voraus hat er in den allermeisten Fällen dann aber die schiere Kraft. Seine Aromen kommen auch in aufwendigeren Cocktail-Kreationen zum Tragen, in Shortdrinks wie dem Sidecar oder Vieux Carré ist er sogar geradezu dominant (und vor allem: schmackhaft). Wer noch nie an einem Cognac geschnuppert hat, sollte aber nicht von einer parfümierten Wuchtbrumme nach Art eines intensiven Gins ausgehen. Der Ferrand 1840 Original Formula bleibt stets französisch-elegant.

Weil die Aromatik guter Weinbrände nicht allzu weit weg ist vom Whisky, liegt es natürlich nahe, damit auch einen Old Fashioned zu mixen. Und weil Pierre Ferrand 2018 zufällig auch Partner der Old Fashioned Week ist, ergab das natürlich umso mehr Sinn, vor allem weil der Drink absolut schmackhaft ausfällt. Aber natürlich möchten wir die Power dieses Brands auch nutzen, um zu zeigen, dass Cognac mehr kann als klassisch; bei unseren Eigenkreationen mit dem Pierre Ferrand Cognac 1840 Original Formula sind wir entsprechend etwas verspielter vorgegangen:

Barbapapa (nach dem französischen Wort für Zuckerwatte)

  • 5 cL Cognac
  • 2 cl Frangelico
  • 2 cl Reserve Port
  • 1 cl Dunkler Zuckersirup

Alles zusammen kräftig auf Eis shaken und in einen Tumbler mit frischem Eis abseihen. Mit Zuckerwatte und einem geflammten Marshmallow garnieren. Trinken.

Der Barbapapa - ein Cognac-Drink für die Candybar!
Der Barbapapa – ein Cognac-Drink für die Candybar!

Chat Noir (fruchtig-bitter)

  • 4,5 cl Cognac
  • 1,5 cl Zitronensaft
  • 0,75 cl Cherry Heering
  • 3 cl Mancino Vermouth Chinato

Alles zusammen auf Eis shaken, in einen Tumbler mit frischem Eis abseihen und mit einer schwarzen Origami-Katze servieren. Trinken.

Popcognac (sauer-karamellig)

  • 6 cl Cognac
  • 2 cl Zitronensaft
  • 2 cl Zuckersirup
  • 6 bis 10 Kügelchen Karamell-Popcorn

Alles zusammen kräftig auf Eis shaken, in einen Tumbler mit frischem Eis abseihen und mit Popcorn garnieren. Trinken.

Ferrand Cognac 11840 im Popcognac - ein klassischer Sour mit Karamellpopcorn.
Ferrand Cognac 11840 im Popcognac – ein klassischer Sour mit Karamellpopcorn.

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Fazit: Intensiver, kräftiger Cognac, der selbst in exotischeren Cocktails seinen Mann steht, aber in Sidecar und Vieux Carré trotzdem elegant und fruchtig daherkommt – wer nach einem Brandy speziell für Cocktails sucht, der wird hier fündig.

Daten: Frankreich, um 32 Euro, 0,7 Liter, 45 Prozent

Ferrand Deutschland hat uns eine Flasche des Pierre Ferrand Cognac 1840 Original Formula für redaktionelle Zwecke zur Verfügung gestellt, danach aber weder auf Art noch Umfang eventueller Artikel, noch das Tasting Einfluss zu nehmen versucht. Wir sagen Danke für die tolle und unkomplizierte Zusammenarbeit.

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JohannTrasch

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