Cocktailbart / Cocktails / Cocktails mit Gin / Red Snapper

Red Snapper – der Gin-haltige Bruder der Bloody Mary

Der Red Snapper Cocktail ist eine Bloody Mary mit Stil.
Rezept für den Red Snapper

Das perfekte Rezept für den Red Snapper

  • 6 cl Gin
  • 1 cl Zitronensaft
  • Eine Prise Salz
  • Eine Prise frischgemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 Spritzer Worcestersauce
  • 2 Spritzer Tabasco
  • Lavendelbitters
  • Tomatensaft, ca. 12 cl

Alle Zutaten kräftig auf Eis shaken, in ein Longdrinkglas abseihen und mit Tomaten/Sellerie/fettigen Snacks garnieren. Trinken.

Die Einkaufsliste

Die Amazon.de-Einkaufsliste für den Red Snapper

(Mit einem * markierte Links sind Affiliate-Links aus dem Amazon-Partnerprogramm. Benutzt ihr diese für euren Einkauf, erhalten wir dafür eine kleine Provision.)

Bloody Marys sind eigentlich kompliziert genug. Gut, runtergebrochen auf „kalte, scharfe Tomatensuppe, die blöd macht“ irgendwie auch nicht. Die Kombo aus Wodka und Tomatensaft ist einer dieser Drinks mit Prädikat „Easy to learn & hard to master“. Damit große flüssige Kunst draus wird, braucht man viel Übung, richtig geile Zutaten und gute Ideen – aber wer erstmal zusammenschüttet, was er da hat, kann eigentlich auch fast nicht wirklich viel falsch machen.

Beim Red Snapper ist das anders, obwohl hier eigentlich nur eine einzige Zutat anders ist. Statt Wodka ist im Snapper nämlich Gin. Und wo der Wodka der Mary nur Prozente und dadurch auch ein mehr an aromatischer Kraft verleiht, bringt der Gin mit seinen Wacholder- und sonstwie gearteten Aromen halt auch noch seinen eigenen Geschmack mit. Tomatensuppe mit Wacholder – klingt erstmal nach einer komischen Idee. Ist es auch – heißt aber nicht, dass sie schlecht wäre.

Was war zuerst da: Red Snapper oder Bloody Mary?

Das zwei derart ähnliche Drinks unabhängig voneinander entstanden sein sollen, glaubt wahrscheinlich niemand und es war auch nicht so. Wie genau die beiden sich aber gegenseitig bedingen, dazu gibt es dann allerdings diverse Theorien. Landläufig hören wir aus allen Ecken, dass der Red Snapper die ursprüngliche Variante der Mary ist, ja sein muss, schließlich war Wodka Anfang des 20. Jahrhunderts, als der König aller Brunch-Cocktails erfunden wurde, eher rar in den USA – Gin dagegen gab es reichlich.

Laut einigen ziemlich belastbaren Quellen war es allerdings anders herum: nachdem ein Mann namens George Jessel in den 1920ern die Bloody Mary als vergleichsweise simplen Mix auzs Wodka, Tomatensaft, Zitrone und Worcestersauce erfunden hatte, übernahm Fernand „Pete“ Petiot  und fügte die Gewürze hinzu. Um 1935 arbeitete er im St. Regis Hotel, wo er den Cocktail als „Red Snapper“ auf die Karte nehmen musste – weil einem neuen Hotel-Inhaber der Name Bloody Mary zu obszön erschien.

Ein Red Snapper-Cocktail aus dem Marple & Stringer.
Ein Red Snapper-Cocktail aus dem Marple & Stringer in Regensburg.

Abgeleitet vom gleichnamigen Fisch und mit klarem Fokus auf die Farbe änderte sich trotzdem erstmal nur der Name. Zwar mutmaßt man auch, dass die Bartender zu dieser Zeit anfingen, Gin zu verwenden statt des zugegeben wirklich schwierig aufzutreibenden Wodkas, aber auch ein Red Snapper wurde offiziell weiterhin mit Wodka zubereitet. Dass der Snapper als Vorläufer der Mary gilt, könnte übrigens an der Veröffentlichungs-Reihenfolge liegen: 1941 erschien das erste Red Snapper-Rezept im Cocktail Guide and Ladies Companion, erst fünf Jahre später druckt zum ersten Mal jemand ein Bloody Mary-Rezept ab. Allerdings werden damals beide immer noch mit Wodka gemixt.

Und wie kommt jetzt der Gin in den Tomatensaft?

Bartender Jack McGarry, Autor des zwei Absätze weiter oben verlinkten Artikels, mutmaßt, dass die Gin-Variante erst in den 60ern aufkam, als auch Marys mit Tequila und diversen anderen Spirituosen gemixt wurden. Zu dieser Zeit wurde der Red Snapper dann wohl eben auch mit dem Wacholderbrand assoziiert, wenn sich auch nicht mehr so ganz herausfiltern lässt, wenn genau und wo das nun passiert ist. Es bleibt festzuhalten: wir finden’s ziemlich geil, dass das überhaupt passiert ist. Denn so ein Red Snapper ist schon ein absolut spannender Drink:

Das perfekte Rezept für den Red Snapper

  • 6 cl Gin
  • 1 cl Zitronensaft
  • Eine Prise Salz
  • Eine Prise frischgemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 Spritzer Worcestersauce
  • 2 Spritzer Tabasco
  • Lavendelbitters
  • Tomatensaft, ca. 12 cl

Alle Zutaten kräftig auf Eis shaken, in ein Longdrinkglas abseihen und mit Tomaten/Sellerie/fettigen Snacks garnieren. Trinken.

Der richtige Gin für diesen Drink

Wacholder und Tomatensaft, die Kombination ist wenigstens gewagt. Man könnte nun versuchen, mit einem möglichst milden Gin einen Drink zu schaffen, der einer Bloody Mary ziemlich nahekommt. Ziel: Massentauglichkeit. Allein: wer eine Mary will, soll halt auch seine Mary haben. Wer einen Snapper will – und wir geben’s zu: das sind so viele wahrscheinlich nicht – der möchte seinen Gin im Normalfall auch entsprechend rausschmecken. Wir empfehlen daher tatsächlich Gins im London Dry-Stil, die meist ein ansehnliches Aroma ihres Chef-Botanicals mitbringen.

Allzu krasse Wacholderbomben wie der Juniper Jack, können wegen der immensen Frische und der aromatischen Power aber überfordernd wirken. Besser sind gehobene Mittelklasse-London Drys wie ein Beefeater oder auch der vor Kurzem hier getestete Loredry Gin. Wer nicht auf Wacholder steht, aber trotzdem einen Red Snapper möchte, dem raten wir zu Gins mit mediterranen oder deftigen Noten. Gin Mare oder vor allem auch der Rutte Celery Gin sind hier kleine Offenbarungen.

Gewürze und Tomatensaft

Bei den Gewürzen geht es viel um euren persönlichen Geschmack – wie scharf und salzig möchtet ihr das Ding denn genau haben? Generell sind wir Freunde eher deftiger Brunch-Cocktails, aus dem simplen Grund, das wir die Dinger seltenst brunchen, dafür allerdings meist zu sehr später Stunde und nicht unbedingt als ersten Drink genießen. Elektrolyte, Schärfe, Salz und Tabasco kommen zum Nochmal-wach-werden um halb zwei nachts genau richtig.

Der Red Snapper Cocktail ist eine Bloody Mary mit Stil.
Der Red Snapper Cocktail ist eine Bloody Mary mit Gin statt Wodka.

Das häufig zitierte Selleriesalz könnt ihr übrigens gerne benutzen, wenn ihr welches zu Hause habt, der Unterschied zu normalem Salz ist aber eher unterschwellig. Tabasco und Worcestersauce haben einen deutlich größeren Einfluss auf den Geschmack. Genauso wie der Tomatensaft: Nehmt ihr hier die billigste Tetrapack-Plörre vom Discounter, könnt ihr euch auch gleich Ketchup verdünnen. Besserer Tomatensaft ist allerdings oft vorgewürzt, da solltet ihr aufpassen und schon vorab abschmecken. Profitipp: Tomaten selber entsaften. Meister-Tipp: Richtig geile Tomaten von eurem eigenen Tomato Guy entsaften, einkochen und würzen lassen. Unser Tomaten-Typ heißt Susi.

Müssen Cocktail Bitters in den Red Snapper?

Nein. Aber sie machen den Drink ungleich raffinierter. Chili- und Selleriebitters unterstützen die Aromen, die sich bedingt durch die Würzung und Soßen ohnehin in eurem Drink befinden. Lavendel-Bitters holen nochmal alles raus, verbreitern den Drink enorm – machen ihn aber noch ein kleines bisschen spezieller. Heißt: Wenn euer Red Snapper 10 Leuten schmeckt, werdet ihr mit Lavendel im Cocktail vielleicht 2 davon verlieren, dafür möchten euch vielleicht 3 andere davon heiraten oder zumindest ein bisschen anketten, für später. Wir stehen jedenfalls drauf. Also auf Lavendel. Und auf anketten auch, zugegeben.

Die Amazon.de-Einkaufsliste für den Red Snapper

(Mit einem * markierte Links sind Affiliate-Links aus dem Amazon-Partnerprogramm. Benutzt ihr diese für euren Einkauf, erhalten wir dafür eine kleine Provision.)

Das Logo von Cocktailbart.deCocktailbart wird vier! Und zum Geburtstag haben wir uns jede Menge vorgenommen - wir wissen nur nicht was genau. Nimm an unserer Umfrage teil und finde es gemeinsam mit uns raushttps://www.surveymonkey.de/r/9K7D5MM

Johann

Cocktailbarts Archmage of Content bei Nacht, stolzer Familienvater / Texter / Konzepter / Kreativarbeiter bei Tag.

Kommentar hinzufügen

Klicke hier um einen Kommentar hinzuzufügen

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu.