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Dark and Stormy – über Cocktail-Rezepte, Rum, Ginger Beer und Markenrecht

Johann von Cocktailbart mixt einen Dark and Stormy.
Rezept für den Dark 'n Stormy

Das Rezept für den Dark and Stormy

  • 6 cl Gereifter Rum (Im Original: Gosling’s Black Seal Rum)
  • 3 cl Limettensaft
  • ca. 12 cl Ginger Beer

In ein mit Eiswürfeln gefülltes Longdrink-Glas Limettensaft und Ginger Beer gießen. Mit Rum toppen und mit einem Stirrer oder Strohhalm zum Umrühren servieren.

Die Einkaufsliste

Die Einkaufsliste für diesen Cocktail

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Manchmal pennen wir bei Cocktailbart. Dann sind wir uns ganz sicher, dass wir eine Sache schon ganz lange erledigt haben. Vor Jahren schon, eigentlich. Aber nö: Als wir uns vor ein paar Tagen gefragt haben, ob wir nicht unseren Dark and Stormy-Artikel mal updaten sollten, stellten wir fest: Wir haben gar keinen. Noch nie geschrieben (ist uns schon mal passiert, der Autor hat nur vergessen, bei welchem Drink/Artikel). Bei diesem Cocktail irritiert das vor allem deshalb, weil wir in den letzten 4 1/2 Jahren wohl wirklich jeden hier vorgestellten Rum in diesen Drink geschüttet haben.

Warum auch nicht? In seiner wunderbaren Mischung aus Simplizität und Geschmack ist das Ding der Gin Tonic unter den Rumdrinks, mit dem gewaltigen Vorteil, dass man für den optischen Wow-Effekt hier keinen halben Obstsalat ins Glas schnibbeln muss. Also: reden wir über den Dark and Stormy, reden wir über Ginger Beer, Rum und die absolute Notwendigkeit von Limetten. Aber erstmal reden wir ein bisschen über Markenrecht.

I̶n̶ ̶d̶e̶n̶ Dark ’n Stormy gehört Gosling’s Rum

Die Legende über den Ursprung dieses Drinks erzählt, dass im Royal Bermuda Yacht Club in Hamilton – genau, dort wo auch der gleichnamige Drink mutmaßlich erfunden wurde -, der erste Dark ’n Stormy gemixt wurde. Passiert sein soll das so: Hier wurde damals viel Rum & Soda ausgeschenkt, großteilig mit dem örtlichen Zuckerrohr-Platzhirsch Gosling’s Rum. Einer der Bartender goss irgendwann im Stress Ginger Beer statt Sodawasser ins Glas. Weil er obendrein den Rum vergessen hatte, schüttete er ihn obenauf. Einer der Gäste muss daraufhin gesagt haben: „Unter einer so dunklen und stürmischen Wolke segelt niemand, der noch ganz bei Trost ist.“

Geschehen ist das irgendwann kurz nach dem ersten Weltkrieg, so die offizielle Geschichte aus dem Hause Gosling’s. Ab den 70ern begann das Unternehmen dann langsam, sich den Namen des Drinks markenrechtlich sichern zu lassen, bei uns  1999. Seitdem darf nur Gosling’s Rum mit Drinks werben, die „Dark ’n Stormy“ heißen (so die offizielle Schreibweise) oder bei deren Namen Verwechslungsgefahr besteht. Sprich: „Dark and Stormy“ ist auch nicht okay. Ein vergleichsweise einmaliger Prozess, ansonsten ist uns aus dem Stegreif nur der „Nogroni“ des alkoholfreien Seedlip bekannt, bei dem ähnlich verfahren wird.

Der Plantation Peru 2004 Vintage Edition im Dark & Stormy.
Darf man einen Dark & Stormy auch mit einem anderen Rum mixen als mit Gosling’s? Ja – nur als Unternehmen damit werben darf man nicht.

Darf man seinen Dark and Stormy ergo nur noch mit Gosling’s Black Seal Rum und dem zugehörigen offiziellen Ginger Beer mixen? Jein. Als handelstreibendes Unternehmen dürft ihr schlicht nicht mit dem Namen werben, wenn ihr euren Stoff in diesem Drink vermixt. Zwei Abers gibt es. Aber 1: Der Name ist geschützt, das Rezept nicht. Wer seinen Rum in einen Drink mit Ginger Beer und Limette kippt und das dann „Betrams monochrome Partybrühe“ nennt, darf das auch auf Plakate drucken und damit die Hauptstadt tapezieren. Aber 2: Als Privatperson, die zu Hause in der Hausbar ohne Gewinnabsicht Drinks für Family & Friends mixt, kann diese Person in den Drink tun, was immer er oder sie mag. Also tobt euch aus:

Das Rezept für den Dark and Stormy

  • 6 cl Gereifter Rum (im Original: Gosling’s Black Seal Rum)
  • 3 cl Limettensaft
  • ca. 12 cl Ginger Beer

In ein mit Eiswürfeln gefülltes Longdrink-Glas Limettensaft und Ginger Beer gießen. Mit Rum toppen und mit einem Stirrer oder Strohhalm zum umrühren servieren.

Der richtige Rum für diesen Drink

Bonus-Aber: Ein Dark ’n Stormy mit Gosling’s Black Seal Rum und Gosling’s Ginger Beer ist gutes Zeug – das kann und sollte man mal probiert haben, alleine schon des Bildungstrinkens wegen. Prinzipiell eignet sich aber jeder ordentliche Aged Rum für diesen Drink. Allzu teure und aromatisch feingliedrige Vertreter der Kategorie würden wir allerdings ausklammern, das Ginger Beer schluckt durchaus viele Nuancen der eingesetzten Rums.

Gute Preis-Leistungs-Rums sind etwa der Plantation Dark oder ein Level darüber der Compagnie des Indes Latino. Beides Blended Rums mit einem kleinen Hauch Süße (ca. 15g Zucker pro Liter jeweils), aber weit weg von der Likörhaftigkeit sogenannter Süßrums. Durch diesen kleinen Hauch Süße bringen sie eine gewissen Balance mit in den sauer-scharf-starken Ingwer-Cocktail.

Das richtige Ginger Beer für den Dark and Stormy

Gosling’s ist gut, Gosling’s ist authentisch. Insgesamt sind wir aber größere Fans von Thomas Henry Spicy Ginger und Fever Tree Ginger Beer. Ersteres ist etwas schärfer und leichter verfügbar und deswegen in den meisten Fällen unser persönlicher Favorit. Bei Gästen kommt unserer Erfahrung nach das etwas mildere Fever Tree aber ungefähr genauso gut an. Da geht’s wirklich um den eigenen Geschmack – schlecht ist keines der drei Ginger Beers.

Muss da Limette mit rein?

Wir halten’s da wie Philipp von eyeforspirits.com (dessen Dark and Stormy-Artikel ihr im Übrigen auch unbedingt lesen solltet, allein schon wegen des spannenden Ansatzes mit hausgemachtem Ingwersirup):

„Optional schlagen manche Rezepturen zudem Limettensaft vor. Aus „optional“ solltest du bei diesem Cocktail jedoch „obligatorisch“ machen. Denn ohne ihn wirst du – egal wie du es drehst und wendest – keinen guten Dark and Stormy kreieren.“

Hat er Recht, genau so, wie’s da steht. Ohne die Säure gerät der Dark ’n Stormy bei aller aromatischen Vielfalt flach und fad. Aber zugegeben: Weil wir den Cocktail in der Praxis meist eher zum gemütlichen Jetzt-bitte-nix-kompliziertes-mehr-Teil des Abends mixen, messen wir die 3 cl seltenst ab und pressen stattdessen normalerweise einfach eine komplette Limette direkt ins Glas.

Kuriosum: Beim Dark & Stormy gießt man den Rum auf den Filler.
Kuriosum: Beim Dark & Stormy gießt man den Rum auf den Filler.

Über die richtige Präsentation oder: Warum der Dark ’n Stormy ungerührt serviert, aber gerührt getrunken werden sollte

Der Gag, die Crux, das Markenzeichen des Dark & Stormy ist die optische Verbindung aus Dunkel (Rum) und Sturm (Ginger Beer). Ohne dieses optische Highlight, wenn man alle Zutaten sauber verrührt, sieht der Drink aus wie eine blassbraune Colaschorle. Wer einen Dark and Stormy bestellt und genannte Brühe bekommt, ist meist zurecht enttäuscht. Bloß geschmacklich, da stehen die wenigsten darauf, bei jedem Schluck einen Mund voll purem Rum zu nehmen und mit einem Hauch Ginger Beer quasi hinunterzuspülen. Zugegeben: Für manche ist exakt das die Schönheit an diesem Drink, für den Durchschnittsgenießer ein viel zu kräftiges Graus.

Die Lösung: Überlasst es dem Gast. Serviert euren Cocktail als stürmisch-dunkles Highlight für die Augen und reicht dem Gast einen Strohhalm oder ein Rührstäbchen, damit er sich den Drink selbst so hinrühren kann, wie er mag. Aber nehmt was Wiederverwertbares, wir haben 2020.

Die Einkaufsliste für diesen Cocktail

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Johann

Cocktailbarts Archmage of Content bei Nacht, stolzer Familienvater / Texter / Konzepter / Kreativarbeiter bei Tag.

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