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Von Have Jamaica Rum und der Elliot Marston Cocktail

Von Have Jamaica Rum im Elliot Marston Cocktail mit Ahornsirup-Sahne.

Müssen wir Heinrich von Have eigentlich noch einführen? Wenn ihr in Hamburg wohnt, euch für handwerklich hergestellte Spirituosen interessiert oder regelmäßiger Cocktailbart-Leser seid, sollte euch der Name ein Begriff sein. Wahrscheinlich habt ihr dann auch schon vom im Rotweinfass gelagerten von Have Jamaica Rotspon Cask Finish Rum gehört? Falls nicht: Link anklicken. Falls doch: Für dieses spannende Projekt hat die Crew die Spirituosenmanufaktur und Weinkellerei ihren hauseigenen Jamaica Rum in Barriquefässer eingelagert, die davor mit französischem Rotwein befüllt waren.

Die Flasche für dieses Tasting wurden uns von Heinrich von Have zur Verfügung gestellt, Bedingungen gab es nicht. Mehr Informationen dazu am Ende des Artikels.  

Ein spannendes Projekt mit einem irre schönen Ergebnis – aber nichts, was man sich im Alltag immer in die Tikis, Mai Tais oder Rum & Ports schütten kann, dafür ist die Kombination aus fruchtigen Ester-Noten und schwerem Rotwein etwas zu ausgefallen. Also nehmen wir an dieser Stelle den Basis-Rum unter die Lupe – den von Have Finest Jamaica Rum.

Über die Herstellung dieses Jamaica-Rums

Der Import von Rum in Deutschland hat eine lange Tradition und die Hansestadt ist wohl einer der größten Umschlagplätze für Flüssiges aus Übersee – da verwundert es nicht, dass Rum im Hause Heinrich von Have eine große Tradition hat. Genauer gesagt die größte: Seit 1868, dem Gründungsjahr wird hier Jamaica-Rum abgefüllt, das Etikett der Flasche stammt aus der Zeit um die Jarhundertwende. Und wenn alte Leute wie wir „Jahrhundertwende“ schreiben, meinen wir 1900irgendwas. Das ist, wie wenn man im Januar und Februar noch immer die falsche Jahreszahl ins Datum schreibt, nur mit Jahrzehnten.

Einfach Jamaica Rum aufkaufen und auf Flaschen ziehen hat aber noch sehr wenig von Manufaktur oder Handarbeit, also macht man hier das, was man am besten kann: anpacken. Zunächst wird der Rum aus mehreren Destillaten auf das gewünschte Ergebnis hin verschnitten und anschließend auf unbestimmte Zeit in Rumfässern gelagert, die so schon seit über 60 Jahren im Einsatz sind.

Von Have Jamaica Rum im Rum Old Fashioned mit Karamell-Popcorn.
Von Have Jamaica Rum im Rum Old Fashioned mit Karamell-Popcorn.

Das Ergebnis ist ein Rum mit der „Hamburger Note“ – die steht wohl für das, was Jamaica Rum-Fans genauso gut kennen wie jeder, der an irgendeinem Punkt in seinem Leben mal eine backende Oma hatte: Fruchtig-schwere Ester-Noten, die ganz laut „Rumkugeln!“ durch den Raum brüllen. Freilich ist der von Have Jamaica keine Ester-Bombe, wie sie Rum-Nerds beim Wort „Jamaica“ immer herbeibeten – aber selbst diese Zielgruppe könnte an diesem Jamaica-Blend ihre Freude haben, spätestens im Mai Tai. Bevor wir den angehen, schmecken wir aber erstmal pur rein.

So schmeckt der Jamaica Rum von Heinrich von Have

Ein kräftiges Rotbraun im Glas und eine ansehnliche Tropfenbildung nach dem Schwenken machen einen guten ersten Eindruck. In der Nase dann: Jamaica – kräftig, aber nicht überbordend. Leicht angegorener Obstkorb mit viel Banane und Ananas trifft auf diese leichten Klebstoffnoten, die sich immer schrecklich anhören, aber bei dieser Rum-Art einfach dazugehören. Vanille, Holz und ein wenig Ahornsirup schieben sich nach kurzer Zeit hinterher.

Nase: Vergorene Früchte, Banane, Ananas, Klebstoff, Vanille, Holz, Ahornsirup

Mund: Honigsüße, Bitterschokolade, Vanille, Banane, Ananas, Kirsche, Eukalyptus

Der Antrunk ist geprägt von Honigsüße, Bitterschokolade und Vanille, die aber spätestens am Gaumen wieder in eher fruchtige Noten umschwingt, die Banane und die Ananas sind wieder greifbar, der Abgang ist angenehm weich. Der mittellange Nachklang hat spannende Einschläge von Kirsche und Eukalyptus, mit denen wir so nicht gerechnet haben. Eine angenehme Überraschung.

Der von Have Jamaica Rum pur und in Cocktails

Pur ist dieser Rum durchaus ein Genuss, auch wenn ihm dafür auf Dauer ein bisschen die Komplexität fehlt, wenn man ihn mit gängigen Sipping-Jamaicanern vergleicht. Das macht er jedoch mit einem irre guten Preis und einer ebenso tollen Mixability wett: sowohl in gängigen Tiki-Drinks als auch in diversen Rum-Klassikern macht der Von Have Jamaica eine großartige Figur. Wir mixen zum Beispiel einen Mai Tai aus halb von Have, halb Ryoma, einem sehr speziellen japanischen Rum mit Noten von Rhum Agricole und Sake – irre spannend.

In einem simplen Old Fashioned mit etwas Ahornsirup und drei Spritzer Bitters blüht er geradezu auf, dasselbe in Kombination mit Portwein in einem Rum & Port – hier blüht der Rum regelrecht auf. Für einen eigenen Drink orientieren wir uns am Hans Gruber aus dem Buch Cocktailcodex – eine extrem aufwendige Variante eines White Russian mit diversen Spirit Infusions. Wir machen’s uns in unserer Variante etwas einfacher, benennen unseren Drink aber ebenfalls nach einer von Alan Rickman verkörperten Film-Figur:

Von Have Jamaica Rum im Elliot Marsten Cocktail mit Ahornsirup-Sahne.
Von Have Jamaica Rum im Elliot Marston Cocktail mit Ahornsirup-Sahne.

Elliot Marston

Alle Zutaten außer der Sahne und Ahornsirup auf Eis rühren, in eine gefrostete Coupette abseihen. Sahne und Ahornsirup auf Eis shaken und über den Drink gießen. Trinken.

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Fazit: Ein toller Einsteiger-Jamaicaner, der auch in Cocktails eine großartige Figur abgibt, ohne mit allzu heftigen Noten von vergorenem Obst zu überfordern – zu einem Preis-Leistungs-Verhältnis, das in Sachen Jamaica Rum nur sehr wenige andere Produkte erreichen.

Daten: 43 Prozent, Jamaica/Deutschland, 0,5 Liter, um 20 Euro

Heinrich von Have hat uns eine Flasche des Rums für redaktionelle Zwecke zur Verfügung gestellt, danach aber weder auf Art noch Umfang eventueller Artikel, noch das Tasting Einfluss zu nehmen versucht. Wir sagen Danke für die tolle und unkomplizierte Zusammenarbeit.

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Johann

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