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Mai Tai Noir – der Tiki-Cocktail mit schwarzem Sesam

Der Mai Tai Noir hat seinen Namen von der schwarzen Sesampaste, die wir statt Orgeat verwenden.
Der Mai Tai Noir hat seinen Namen von der schwarzen Sesampaste, die wir statt Orgeat verwenden.
Rezept für den Mai Tai Noir

Das Rezept für den Mai Tai Noir:

  • 3 cl Jamaica Rum
  • 3 cl Gereifter Rhum Agricole
  • 1,5 cl Apricot Brandy
  • 3 cl frischer Limettensaft
  • 1 Teelöffel Schwarze Sesampaste
  • 3 Tropfen Rosenwasser
  • 1,5 cl Brauner Rohrzuckersirup

Alle Zutaten auf Eis shaken und in einen großen Tumbler mit frischem Crushed Ice abseihen. Mit einer Limettenhälfte garnieren. Wer mag, kann die vorher in Overproof Rum tunken und abfackeln. Das sieht schick aus und riecht lecker.

Die Einkaufsliste

Die Einkaufsliste für den Mai Tai Noir:

(Mit einem * markierte Links sind Affiliate-Links aus dem Amazon-Partnerprogramm. Benutzt ihr diese für euren Einkauf, erhalten wir dafür eine kleine Provision.)

Der Mai Tai ist ein großartiger Drink und wird doch so selten ordentlich gemixt, dass man sich eigentlich gar nicht traut ihn zu twisten. Die eine Hälfte der Gäste erwartet eine perfekt ausgeführte Variante des einen, wahren Tiki-Königs, die andere wurde irgendwann auf „Eimer Saft mit Rum konditioniert“ und erwartet von einem Mai Tai nun auch genau das. Schade eigentlich. Vor allem, weil er schon in der simplen Original-Rezeptur aus zwei Sorten Rum, Limette, Orgeat und Triple Sec sehr viel Varianz in puncto Zutaten-Balance und -Auswahl bietet.

Während mit der richtigen Auswahl des Rums aber grotesk viel herumexperimentiert wird, fällt einer Zutat meist nur geringes Interesse zu: dem Orgeat. In seiner einfachsten Form aufdringlicher Marzipansirup, in guter Qualität eine fein austarierte Mandel-Wunderwaffe. Als wir im Feinkostgeschäft auf ein Glas mit schwarzer Sesampaste stoßen ist es genau dieses Orgeat, das wir in der Mai Tai-Gleichung ersetzen wollen. Mit schwarzer Pampe, die ein bisschen nach Semmel vom Vortag schmeckt und ein wenig nach dem grauen Sesam-Eis vom Japaner. Auftritt Mai Tai Noir.

Die Entstehungsgeschichte des Mai Tai Noir

An jedem anderen Tag hätten wir diesen Drink in bester Arthouse-Film-Manier „Sesambrötchen auf Hawaii“ getauft. Dass er nicht so heißt, liegt an einer Instagram-Aktion. Für das Insta-Event #a2zcocktails des dänischen Cocktailbloggers Morten Krag posteten wir und diverse andere Amateur-Schnapsnasen den ganzen Februar über täglich einen Cocktail aus dem Alphabet von A wie „Aviation“ bis hin zu Z wie „Zefix Martini“. Weil am 13.02. eben das „M“ dran war, und wir den ganzen Tag schon über Mai Tai-Varianten nachdachten, war mit der tiefschwarzen Paste in der Hand sofort klar, wohin die Reise geht: Mai Tai Noir. Wegen dem schwarzen Sesam und so – französisch, nä?

Jetzt brauchten wir nur noch ein Rezept, mit dem das Ding auch schmeckt. Die Rum-Protagonisten waren für uns recht schnell geklärt, eine erste Variante geriet trotzdem deutlich zu trocken, zu erdig. Und wenn wir ehrlich sind: auch zu bröckelig. Wir reduzierten die schwarze Sesampaste und entschieden, dass der Drink auch in schmutzigem grau noch das „Noir“ im Namen tragen darf, wenn’s nach uns geht. Außerdem fügten wir noch ein paar Tropfen Rosenwasser hinzu – ein Tipp von schlimmerdurst-Helmut, der damit normalerweise qualitativ schlechteres Orgeat aufbrezelt.

In unserer ersten Variante des Mai Tai Noir fehlt noch der Apricot Brandy. Auch die Zubereitung war leicht anders.
In unserer ersten Variante des Mai Tai Noir fehlt noch der Apricot Brandy. Auch die Zubereitung war leicht anders.

Mit dieser ersten Version waren wir ziemlich zufrieden – gutes Zeug, schmeckte ordentlich, sah spitze aus. Glücklicherweiste tauchte unser Bild im Feed von Martin Kramer auf – einem bekannten deutschen Bartender, Chef der Charles Bar zu Wittenberg, mehrfacher Gewinner der deutschen Cocktail-Meisterschaft und Urheber der richtigen Variante des Islay Storm. Dem fiel auf: kein Triple Sec drin. Haben wir weggelassen, fanden wir zu viel – aber wollten im Nachgang dann doch nochmal eine Variante mit dem Orangenlikör versuchen. Der Kramer dann so: „…wenn ihr schon dabei seid. Probiert doch mal anstelle des Dry Orange einen Apricot. Denke, dass er sehr gut zu den Aromen der Rums sowie des Sesams passt.“ Und wir, nach dem ersten Testlauf mit Apricot Brandy so: „Kacke, der hat recht.“ Geboren war die finale Variante dieses Drinks:

Das Rezept für den Mai Tai Noir:

  • 3 cl Jamaica Rum
  • 3 cl Gereifter Rhum Agricole
  • 1,5 cl Apricot Brandy
  • 3 cl frischer Limettensaft
  • 1 Teelöffel Schwarze Sesampaste
  • 3 Tropfen Rosenwasser
  • 1,5 cl Brauner Rohrzuckersirup

Alle Zutaten auf Eis shaken und in einen großen Tumbler mit frischem Crushed Ice abseihen. Mit einer Limettenhälfte garnieren. Wer mag, kann die vorher in Overproof Rum tunken und abfackeln. Das sieht schick aus und riecht lecker.

Die richtige Zubereitung

In der Original-Variante haben wir diesen Drink mit Eiswürfeln geschüttelt und ohne abzuseihen in den Tumbler gegeben. Das sorgt nach diversen Versuchen aber für zu viele Unwägbarkeiten. Die schwarze Sesampaste löst sich nicht immer allzuschön auf und die schwarzen Batzen auf dem Drink sind eher unappetitlich. Schüttelt man den Drink mit Crushed Ice, wird er zu wässrig, schüttelt man ihn mit Eiswürfeln und seiht ihn nicht ab, hat man einen kruden Mix aus ganzen Eiswürfeln und Crushed Ice im Glas, der zu fiesen Spritzern (und schwarzer Pampe auf dem Hemd führt). Ergo wechseln wir auf die klassische Schütteln-und-Seihen-Variante.

Die richtigen Zutaten

Bei der doch recht langen Liste an Zutaten ist die Verführung groß, ins unterste Barfach nach den Resten zu greifen – aber hier greift ein Rädchen ins andere. Setzt ihr auf schlechten Jamaica-Rum, wird der ganze Drink mies, lasst ihr das Rosenwasser weg, fehlt dieser kleine florale Tupfen, der den Cocktail von „ziemlich gut“ zu „Woah, Alter.“ trägt. Brauner Rohrzucker bringt dem Ganzen einfach mehr Wärme und Kraft statt einfach nur Süße. Über Limettensaft aus der Flasche vs. Saft direkt aus der Limette brauchen wir gar nicht zu reden.

Wir greifen beim Jamaica Rum zum 15jährigen Hampden der Compagnie des Indes1, aber auch ein 12jähriger Appleton würde hier hervorragende Dienste tun. Beim gereiften Rhum Agricole setzen wir auf den Trois Rivières VSOP, aber auch gereifte Clements oder sogar ein etwas längerer gereifter Cachaça bringen hier die fruchtigen Noten mit rein, die wir suchen. Was den Apricot Brandy angeht:

Wir verwenden eine übriggebliebene, uralte Flasche aus Papas Hausbar von der Edelbranntweinbrennerei Ludwig Kriegl.  Die muss man nicht kennen, aber das Zeug hat ein tolles Aprikot-Aroma, leichte Bittermandelnoten, von der Konsistenz irgendwo zwischen Brand und Likör und wenig eigene Süße. Leider produziert Kriegl heutzutage nur noch Essig – Marie Brizard ist aber ebenfalls eine gute Wahl für einen Apricot Brandy. Und im Nachhinein: Wenn ihr keinen Aprikot Brandy habt, funktioniert auch die Variante mit Triple Sec ziemlich gut.

Einkaufsliste für den Mai Tai Noir:

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1 Bei den markierten Produkten handelt es sich um Spirituosen, an deren Vertrieb Johann in seinem Dayjob beteiligt ist. Er bekommt keine Provision für ihre Erwähnung und sein Arbeitgeber hat keinen Einfluss darauf, wann und in welcher Weise er auf Cocktailbart Produkte des Unternehmens erwähnt. 

JohannTrasch

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