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Edmund’s Maranera Likör und der Apothecary Punch

Der Edmund's Maranera in einem Jerry Bird Cocktail mit Kirsch, Grenadine und Port.
Der Edmund's Maranera in einem Jerry Bird Cocktail mit Kirsch, Grenadine und Port.

Je länger wir uns mit dem Maranera beschäftigen, desto klarer wird uns, dass wir diesen Likör aus dem Hause Edmund’s vielleicht doch als ersten hätten vorstellen sollen. Klar: wie alle Produkte des Apothekers Dr. Martin Kullmer (seine echten Arzneien (hoffentlich) ausgenommen) ist er außergewöhnlich und nicht so ganz vergleichbar mit dem, was wir sonst im Regal stehen haben. Aber der Maranera ist nicht ganz so bitter wie sein Bitterfürst oder der Krambambuli und nicht so popkulturell wie der Kolanitida. Er ist vielleicht der Likör aus der Reihe, der für am besten pur funktioniert, aber auch derjenige, den wir am schnellsten in Drinks verorten können – weil wir ihn wie einen Falernum behandeln.

Die Flasche für dieses Tasting wurde uns von Edmunds Liköre zur Verfügung gestellt, Bedingungen gab es nicht. Mehr Informationen dazu am Ende des Artikels.  

Die Story hinter Edmund’s Maranera

Falls ihr etwas mehr zu Martin und der realen Geschichte seines Opas Edmund erfahren wollt, legen wir euch die Lektüre unserer Artikel zu den anderen drei Likören ans Herz – folgt einfach den Links im Absatz oben. Bevor wir die absolut lesenswerte Geschichte jetzt zum vierten Mal wiederkäuen, gehen wir lieber in medias res: in seiner Grundaromatik ist der Maranera dem Krambambuli nicht unähnlich, aber nicht ganz so brachial lebkuchig. Dabei klingt die Zusammensetzung der Botanicals durchaus nach Pfefferkuchen:

Der Edmund's Maranera in einem Martini mit Cap Corse Blanc und Dr. Sours Tabak-Bitters.
Der Edmund’s Maranera in einem Martini mit Cap Corse Blanc und Dr. Sours Tabak-Bitters.

Anis, Fenchel, Koriander und Cassia-Zimt treffen auf Ingwer, Galgant, Kubebenpfeffer, Pomeranzen und Wermut. Letzter würde auf den ersten Blick nicht so recht hineinpassen, wären wir hier nicht bei Edmund’s Bitterlikören – irgendwoher müssen die Bitterstoffe dafür ja kommen. Wie bei alle seinen Produkten vertraut der Macher auch hier auf das Ur-Rezept seines Großvaters Edmund (ebenfalls Apotheker), dass er je nach Sorte angepasst und weiterentwickelt hat. Dass er dabei ursprünglich vor allem den Pur-Genuss im Blick hatte, merkt man bei diesem Likör besonders gut:

So schmeckt Edmund’s Maranera

Der Duft des öligen, hellgelben Likör ist gleichzeitig frisch und würzig-schwer: Noten von Pfeffer und Zimt treffen auf Ingwer, Orangenabrieb und dunkel geröstete Nüsse. Da ist wieder diese Lebkuchen-Assoziation, die wir schon beim Krambambuli hatten, nur leichter, heller. Für einen kurzen Moment schimmern Limetten und brauner Zucker durch, dann übernimmt Anis die Führung und zwar immer mehr, je länger der Likör steht. Ein sehr komplexes Aroma.

Nase: Pfeffer, Zimt, Ingwer, Orangenabrieb, Nüsse, Limetten, Brauner Zucker, Anis

Zunge: Ingwer, Nelken, Zimt, Pfeffer, Zitronen, Anis, Mandeln, Haselnüsse

Auf der Zunge kommt er mit einer – für Edmund’s Liköre – ausgewogenen Mischung aus Süße und Bitterkeit an. Heißt: wenn ihr Bitterkeit gewohnt seid, ist das hier sehr spannend für euch – wenn nicht, ist das Zeug immer noch irre bitter. Wer damit umgehen kann, erschmeckt Noten von Ingwer, Nelken, Zimt, Pfeffer, Zitronen und wieder Anis. Im Nachgeschmack finden sich Mandeln und Haselnüsse. Auf den zweiten Schluck kommt auch die Limette zurück.

Der Maranera in Cocktails

Der Maranera ist pur durchaus ein spannendes Erlebnis, vor allem wenn ihr’s ohnehin gerne bitter mögt – mit einem Spritzer Zitrone und Prosecco funktioniert er spannenderweise auch als Spritz, was allerdings eher die Zimt-Noten hervorhebt und damit wohl eher was für die Weihnachtsfeier ist. Die Kombi aus winterlichen Aromen und der frischen Ingwer- und Limettennoten erinnert uns im Test aber massiv an einen Falernum – weshalb wir ihn auch als solchen einsetzen.

Der Edmund's Maranera in einem Kobayashi Mara mit Rum (wir nehmen Ron Elmilio) und Dr. Sours Manganero Bitters!
Der Edmund’s Maranera in einem Kobayashi Mara mit Rum (wir nehmen Ron Elmilio) und Dr. Sours Manganero Bitters!

So macht er zum Beispiel einen ganz hervorragenden Corn ’n‘ Oil mit Barbados-Rum, der durchaus noch dem Original ähnelt, aber trotzdem komplett eigenständig ausfällt. In Kombi mit Cap Mattei Quinquina Blanc1 und Tabakbitters von Dr. Sours mixen wir daraus eine sehr spannende Mischung aus Martini und Old Fashioned, an der wir noch schrauben müssen, die wir aber schon Gästen anbieten würden. Den Jerry Bird von der offiziellen Webseite mixen wir mit Maraschino statt Sauerkisch nach und fügen noch einen Spritzer Limette hinzu – auch das gibt ein ganz formidables Ergebnis. Aber weil uns der Edmund’s Maranera so sehr an einen Falernum erinnert, gehen wir natürlich in den Tiki-Modus: wir mixen einen Drink, der etwas Mut erfordert. Deshalb nennen wir ihn frei nach dem Kobayashi Maru-Test aus Star Trek:

Kobayashi Mara

  • 3 cl Edmund’s Maranera
  • 3 cl Milder, gereifter Rum
  • 4 Spritzer Dr. Sours Manganero Bitters
  • 6 cl Ananassaft
  • 3 cl Limettensaft
  • 2,5 cl Dunkler Zuckersirup

Alle Zutaten auf Eis shaken und ohne Abseihen in einen Tumbler gießen. Mit Ananasblättern garnieren. Trinken. Weil wir das getan haben und uns die ganze Tiki-Nummer mit dem Maranera so gefiel, sind wir kurzerhand eskaliert. Das Ergebnis war der …

Der Edmund's Maranera in einem Apothecary Punch!
Der Edmund’s Maranera in einem Apothecary Punch!

Apothecary Punch

  • 2 cl Edmund’s Maranera
  • 4 cl Plantation Fiji
  • 2 cl Revolte Overproof
  • 2 cl Belsazar Summer Edition
  • 2 cl Limette
  • 2 cl Zitrone
  • 2 cl Dunkler Zuckersirup
  • 3 Spritzer Manganero Bitters
  • Ginger Ale

Alle Zutaten außer dem Ginger Ale auf Eis shaken. In einen Tiki-Becher mit frischem Eis abseihen. Mit Ginger Ale aufgießen. Mit einer ausgehöhlten Limettenhälfte voller Overproof Spiced Rum garnieren. Anzünden. Trinken.

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Fazit: Der ausgewogenste Edmund, trotzdem noch ein echter Bitterlikör. Fantastisch in Tikis, macht aus Shortdrinks hochkomplexe, eiskalte Glühweine (probiert den Jerry Bird!). Wenn ihr euch nur einen einzigen Edmund’s in die Hausbar holen wollt, macht ihr mit diesem hier nichts falsch.

Daten: 38 Prozent, um 33 Euro für 0,5 Liter, Deutschland

Edmunds Liköre hat uns eine Flasche des Produkts zur Verfügung gestellt, aber weder auf eventuelle Artikel noch auf das Tasting Einfluss genommen. Wir danken für die ausnehmend freundliche und partnerschaftliche Zusammenarbeit. 

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Bei den markierten Produkten handelt es sich um Spirituosen, an deren Vertrieb Johann in seinem Dayjob beteiligt ist. Er bekommt keine Provision für ihre Erwähnung und sein Arbeitgeber hat keinen Einfluss darauf, wann und in welcher Weise er auf Cocktailbart Produkte des Unternehmens erwähnt. 

JohannTrasch

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