Cocktailbart » Cocktails » Cocktails mit Gin » Gin Basil Smash: Gin + Basilikum + Zitrone = Wahnsinns-Cocktail

Gin Basil Smash: Gin + Basilikum + Zitrone = Wahnsinns-Cocktail

Ein Gin Basil Smash aus Basilikum, Gin und Zuckersirup. Quelle: Fotolia.com © maxandrew
Ein Gin Basil Smash aus Basilikum, Gin und Zuckersirup. Quelle: Fotolia.com © maxandrew

Der Gin Basil Smash ist ein Cocktail aus Basilikum, einer halben Zitrone, Gin und Zuckersirup. Da kommt jetzt kein großes Geheimnis mehr nach, keine speziellen Bitters, keine Banana Infused Wodka, keine Wermut-Sorte, die eigentlich seit 1987 nicht mehr hergestellt wird. Simpelste Zutaten, simple Zubereitung, simple Idee: guter Gin, frisches Gemüse, bisschen Süße. Lecker, fertig, reinsaufen. Was diesen Drink – zumindest für Theoretiker, Barflys und Cocktail-Künstler – so spannend macht, ist sein Alter: Er wurde erst 2008 erfunden. Zu einer Zeit, als eigentlich alle „einfachen“ Cocktails schon seit mindestens 50 Jahren existierten.

Die Geschichte hinter dem Gin Basil Smash

Erfunden hat den Gin Basil Smash der Hamburger Bartender Jörg Meyer. Für alle, denen das nichts sagt: Wenn man fünf deutsche Barkeer kennt, kennt man normalerweise auch diesen. Ihm gehören sowohl das bekannte Le Lion oder kur: der Löwe, als auch die Boilermann Bar. Jörg Meyer macht Sachen, macht Social Media, der kann laut einhelliger Meinung von Gästen und Kollegen seinen Job und er hat Ideen. Zum Beispiel den Gin Basil Smash. Nach dem Genuss sehr vieler Whisky Smashes (im Prinzip ein Whisky Sour ohne Eiweiß, in dem die Zitrone mit Minze gemuddelt wird) kam er darauf, das mal mit Gin und Basilikum zu probieren – und Bäm, moderner Klassiker.

Diese Story ist so simpel und das Cocktail-Rezept dazu von solch einer angenehmen Schlichtheit, dass man dazu eigentlich gar nicht mehr viel sagen muss – obwohl man vielleicht noch drüber reden will. Im Mixology-Magazin uferte das vorgeraumerZeit in einem vielleicht zu ausführlichen Herkunftsartikel aus, in dessen Kommentarspalte sich dann sogar Jörg Meyer und die Redakteure angifteten. Verstehen wir nicht. Denn die einzig, wirklich wichtige Info, die wir aus der Entstehung des Gin Basil Smash ziehen können ist folgende: Die Genialität des Simplen ist noch lange nicht ausgeschöpft – und da draußen warten vielleicht noch Dutzende Hammer-Cocktails aus weniger als fünf Zutaten darauf, zum ersten Mal gemixt zu werden. Voll schön. Wenn man sich nur für einen von Drölf Dutzend Gins im Drink entscheiden könnte.

Das perfekte Rezept für den Gin Basil Smash

  • 1/2 Zitrone
  • 6 cl Lieblings-Gin
  • 8 bis 10 Basilikumblätter
  • 2 cl Zuckersirup

Zitrone und Basilikum mit einem Stößel andrücken, dann Gin und Zuckersirup drauf, Eis hinterher. Wuchtig shaken. Also so richtig. Wuchtiger. NOCH WUCHTIGER! Doppelt abseihen in einen Tumbler voller frischer Eiswürfel. Mit leicht angedrücktem Basilikumblatt servieren. Trinken.

Der optimale Gin für diesen Cocktail

Der Gin ist – neben dem Basilikum – die Hauptzutat hier. Er ist der wichtigste Aromageber und deshalb solltet ihr die Gins für euren Basil Smash so wählen, das sie euch auch schmecken. Wenn ihr da generell relativ offen seid, nehmt einen angenehmen leichten Gin zum Start, etwa einen Tanqueray No. 10 oder einen Gordon’s, und mixt euren ersten Gin Basil Smash damit. So könnt ihr euch geschmacklich einsortieren und nach der für euch besten Wahl für ausgefallenere Gins nachgrübeln.

Weil die Basilikum-Note sehr prägnant ist, könnt ihr auch einen sehr aromatischen Gin wie den Niemand oder Skin Gin einsetzen. Besonders spannende (und authentische) Ergebnisse liefer der Rutte Dry Gin. Vor allem das waldige Aroma des Niemand hat uns hier aber hervorragend gefallen, das Ergebnis ist sehr mediterran, sehr frisch. Wir raten ab von zu trockenen, zu bitterem Gin wie dem Tanqueray London Dry Gin, auch mit dem Bombay Sapphire hatten wir beim Gin Basil Smash eher wenig Spaß.

Basilikum und Zitrone für den Gin Basil Smash

Viele Rezepte für diesen Cocktail sehen Zitronensaft statt einer Zitrone vor. Wer meint, er müsse unbedingt nur Saft nehmen, soll das tun, aber nehmt bitte frischen. Flaschensaft ist bäh. Aber eigentlich gehört in diesen Cocktail eine halbe Zitrone – wir möchten nämlich nicht nur den Saft, sondern auch die durch’s muddeln angeraute Schale im Cocktail haben. Das zusätzliche Aroma macht den Drink deutlich weicher. Achtet nur drauf, dass ihr nicht wie der letzte Berserker auf die Zitrone einhackt: Reibt ihr das Weiße unter der Schale in den Drink, wird die Sache bitter.

Der amerikanische Cocktail-Experte Robert Hess über den Exportschlager Gin Basil Smash. 

Beim Basilikum gibt es relativ große Unterschiede in der Auswahl und Qualität – aber in der Praxis werden 99 Prozent von euch genau die eine Sorte Basilikum nehmen, die es im Supermarkt eben gibt. Das ist okay, das machen wir ehrlich gesagt nicht anders (weswegen wir in Sachen Kräuter unser Maul auch nicht zu weit aufreißen wollen). Aber wer sich ein bisschen tiefer einlesen will, findet in diesem Artikel über Kräuter in Cocktails einen sehr schönen Startpunkt. Wichtig beim zerdrücken des Basilikums mit dem Stößel: Stengel mit in den Shaker. Die geben die Farbe.

Der Basil Syrup für den Gin Basil Highball

Der Gin Basil Smash ist ein durch die ganze Muddelei und die frischen Kräuter trotz einfacher Rezeptur ein aufwendiger Drink – weswegen sein Erfinder in der komplett auf Highball-Drinks ausgelegten  Boilermann Bars stattdessen mit einem Basilikum-Sirup arbeitet. Natürlich keinem gekauften – das Team macht den Sirup jeden Tag frisch, aus frischem Basilikum, Zuckersirup und frischem Zitronensaft. Das Ergebnis ist ein Gin Basil Highball, der insgesamt etwas simpler daherkommt, dafür frischer und leichter schmeckt und außerdem simpler herzustellen ist.

Zucker oder Zuckersirup?

Der Gin Basil Smash hat genug Säfte und wird lang genug geshaked, dass man auch Zucker nehmen könnte. Er löst sich zuverlässig auf. Aber Zuckersirup gibt dem Cocktail noch etwas mehr Volumen und ein bisschen Konsistenz und die kann er als Shortdrink ganz gut gebrauchen. Also nehmen wir Sirup.

Die Garnitur: ein Basilikumblatt

Wir sind normalerweise froh, wenn wir nix garnieren müssen. Muskat auf der Schaumkrone, Kaffeebohnen im Glas – macht uns alles keinen Spaß. Aber bei kräutrigen Cocktails und beim Gin Basil Smash ganz besonders macht die Garnitur und ihr intensiver Geruch sehr viel vom Geschmack aus. Außerdem ist es halt echt kein Aufwand, ein kleines Büschel Basilikum kurz anzuklopfen und ins Glas zu schmeißen.

Varianten des Drinks

Jörg Meyer serviert den Gin Basil Smash im Le Lion in einem klassischen Tumbler (wenn wir richtig informiert sind – wir waren noch nie da, würden aber gern) in der Boilermann Bar als Highball wie oben im Video zu sehen. Andere mixen ihn mit Limettensaft oder als Martini-Variante mit einem Schuss Wermut. Was wir daraus lernen: Der Gin Basil Smash ist – wie viele sehr einfache Cocktails – das, was man am Ende des Tages daraus macht. So sind zum Beispiel durchaus auch Shortdrink-Varianten im Tumbler ganz ohne Eiswürfel denkbar.

Amazon-Einkaufstipp: Einen besonders aromatischen Gin Basil Smash mixten wir im Test mit Niemand Dry Gin (1 x 0.5 l)*, massentauglicher wirds mit dem Tanqueray No TEN Small Batch Gin (1 x 0.7 l)*. (Mit einem * markierte Links sind Affiliate-Links aus dem Amazon-Partnerprogramm. Benutzt ihr diese für euren Einkauf, erhalten wir dafür eine kleine Provision.)

JohannTrasch

Ein Kommentar

Klicke hier um einen Kommentar hinzuzufügen

  • Hab ich gemacht. War geil. Nur optisch nicht ganz gelungen, weil die Katze vorher den Basilikum angefressen hat.