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Gin Fizz – die vielen Gesichter von Gin, Wasser, Zitrone, Zucker

Ein klassischer Gin Fizz aus Gin, Wasser, Zucker, Zitrone.
Ein klassischer Gin Fizz aus Gin, Wasser, Zucker, Zitrone.
Basis-Rezept für den Gin Fizz
  • 6 cl Gin
  • 2 cl Zuckersirup
  • 2 cl frischer Zitronensaft
  • Soda

Alle Zutaten außer der Soda auf Eis shaken, in einen Tumbler oder ein kleines Highball-Glas auf Eis abseihen, mit einem Spritzer Soda toppen und mit einer Zitronenzeste garnieren. Trinken.

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Der Gin Fizz ist der Frontmann einer ganzen Cocktail-Kategorie, die im Fahrwasser des Gin-Tonic-Hypes zwar mit ans Tageslicht gespült wurde, dort aber im Schatten ebenjenes Drinks fast immer unterschätzt und noch öfter schlecht vermixt wird. Um also erstmal eine Sache klarzustellen: Nein, ein Gin Fizz ist kein G&T mit Wasser statt Tonic, nein ein Gin & Soda oder ein Tom Collins sind nicht genau das Gleiche und natürlich kannst du dir „dann ja auch gleich eine Skinny Bitch ins Gesicht stellen.“, das hat nur nichts mit diesem Drink zu tun.

Allerdings müssen wir zugeben: Für diese Verwirrung und die oftmals nur halbgare Ausführung kann der durchschnittliche Homebar-Enthusiast gar nicht so viel: selbst versierte Bartender streiten sich zuweilen gerne mal über den buchstäblich fließenden Verlauf der Grenzen und ab welchem Grad der Optimierung ein Fizz denn jetzt noch ein klassischer Fizz sein darf. Starten wir also mal mit ein wenig Licht im Dunkeln:

Ein mediterraner Gin Fizz (Flasche an anderer Stelle gesponsert vom Hersteller) mit einem Rosmarinzweig und einem Sprühstoß Olivenöl als Deko.
Ein mediterraner Gin Fizz mit Gin Mare (Flasche an anderer Stelle gesponsert vom Hersteller) mit einem Rosmarinzweig und einem Sprühstoß Olivenöl als Deko.

Was genau ist ein Gin Fizz?

Im Wesentlichen ist ein Gin Fizz ein ganz klassischer Gin Sour, der mit einem Ticken Sodawasser verlängert wird. Sprich: Ihr schüttelt Schnaps, Zitronensaft und Zucker auf Eis in einem Shaker, schüttet das auf Eis in einen Tumbler oder ein Glas ähnlicher Größe (Disclaimer: ja, ein paar unserer Gläser auf den Fotos sind größer – aber unsere klaren Eisbatzen waren diesmal exorbitant groß) und gießt das dann mit Soda auf, wobei ihr die 4 cl nicht überschreiten solltet. Es geht schlicht und ergreifend darum, den Sour etwas frischer und leichter zu machen – aber ein Longdrink wird daraus deswegen noch nicht.

Das ist – laut einer der vorherrschenden Meinungen – einer der Haupt-Unterschiede zur sehr ähnlichen Kategorie der Collins-Cocktails, die auf einem sehr ähnlichen Prinzip basieren: die werden mit größeren Mengen Sodawasser stärker verlängert und sind damit ganz eindeutige Longdrinks und deutlich leichter. Obendrein werden sie in den meisten Fällen direkt im Glas gebaut, statt geshaked. Ein guter Collins ist zwar auch was Feines – aber gerade die Kombi aus shaken und nur leicht auf-fizzen macht ihn geschmacklich kompakter und spannender.

Ein klassischer Gin Fizz aus Gin, Wasser, Zucker, Zitrone.
Ein Collins ist meist höher als ein Fizz, mit mehr Sodawasser und wird seltener geshaked – dadurch ist er transparenter.

Und spätestens bei der Kombination mit Zitrone und Zucker sollte klar sein, dass wir uns hier vergleichsweise weit von den eher einfachen Kategorien „& Tonic“ und „& Soda“ entfernen. Bleibt also die Frage: Wie genau würden wir jetzt einen Gin Fizz mixen?

Das Basis-Rezept für den Gin Fizz

  • 6 cl Gin
  • 2 cl Zuckersirup
  • 2 cl frischer Zitronensaft
  • Soda

Alle Zutaten außer der Soda auf Eis shaken, in einen Tumbler oder ein kleines Highball-Glas auf Eis abseihen, mit einem Spritzer Soda toppen und mit einer Zitronenzeste garnieren. Trinken.

Variationen für diesen Cocktail

Vielleicht ist euch aufgefallen, dass wir von einem Basis-Rezept sprechen. Der Grund ist, dass sich der Gin Fizz unglaublich einfach verändern lässt, ohne dass wir gleich in die Regionen des Twistens vordringen. Nehmt doch zum Beispiel statt einer Zitrone mal eine Limette und ihr erhaltet einen Fizz, der komplett anders, frischer, sommerlicher schmeckt. Tatsächlich müsst ihr aber nicht einmal groß an der tatsächlichen Rezeptur herumspielen, um dem Drink eine Wendung zu geben.

Ein klassischer Gin Fizz mit einer Marschinokirsche nebst Saft als Garnitur.
Ein klassischer Gin Fizz mit einer Marschinokirsche nebst Saft als Garnitur.

Denn ähnlich wie beim Gin Tonic – ja, da hätten wir jetzt abseits der Basis-Spirituose mal eine tatsächliche Gemeinsamkeit – lässt sich alleine über die Deko der Drink schon in eine andere Fahrbahn steuern. Unsere beiden liebsten Varianten: Ein Gin Fizz mit einem Rosmarin-Zweig und einem Sprühstoß hervorragenden Olivenöls on top. Das funktioniert am besten mit mediterranen Gins wie einem Malfy con Limone, einem Apostoles oder – wie im Bild oben – mit einem Gin Mare.

Lieblings-Variation Nummer 2 und wenn wir ehrlich sind auch die, die in der Breite besser ankommt: einen klassischen Gin Fizz mixen, am besten mit einem eher milden, aber vordergründig wacholdrigem Gin wie dem Rutte Dry Gin und dass dann mit einem guten Barlöffel Maraschino-Kirschen-Sauce und einer Kirsche selbst toppen. Sieht zum einen tierisch heiß aus, ergänzt sich aber auch geschmacklich über die Maßen gut. Am besten mit einem kleinen Rührer servieren, damit der Gast (oder man selbst) die „Deko“ auch einarbeiten kann, wenn er das möchte.

Silver Fizz, Golden Fizz und Royal Fizz

Daneben gibt es aber noch andere, bekanntere Varianten dieses Cocktails, über die man reden muss – namentlich Silver Fizz, Golden Fizz und Royal Fizz. Falls ihr neu seid in der Welt des Hobby-Bartendertums, könnt ihr an der Stelle mitschreiben, denn diese drei Adjektive stehen in der Cocktailwelt fast immer dafür, dass hier das Grundrezept mit rohem Ei erweitert wurde: Bei Silver kommt noch ein Eiweiß mit in den Shaker, bei Golden das Eigelb und bei Royal das ganz Ei.

Der Royal Hibisco Gin Fizz bestehtt aus Hibiskus Cold Drip, Sodawasser und einem ganzen Ei - ein irre erfrischender Drink aus der Goldenen Bar in München.
Der Royal Hibisco Gin Fizz bestehtt aus Hibiskus Cold Drip, Sodawasser und einem ganzen Ei – ein irre erfrischender Drink aus der Goldenen Bar in München.

Das kann man jetzt eklig finden, sogar gesundheitlich bedenklich. Das dicke Aber: Es verleiht dem Drink eine irre schöne Konsistenz und ein prachtvolles Volumen, dazu verpasst es ihm obendrein eine cremige Schaumhaube. Beim Golden Fizz fällt die allerdings eher mickrig aus, weswegen die Royal- und vor allem die Silver-Variante deutlich weiter verbreitet sind. Und wenn ihr frische Eier aus dem Bioregal nehmt, ist die Nummer auch einigermaßen sicher.

Der perfekte Gin

Die enorme Bandbreite und die prominente Position, die der Gin in diesem Drink einnimmt, machen es recht schwierig, euch eine klare Empfehlung mitzugeben, wenn ihr nicht gerade wie wir oben mit anderen Varianten spielt. Für einen Kalibrierungs-Fizz empfehlen wir den Start mit einem möglichst simplen, unaufgeregten aber bekannten Gin, etwa einem Beefeater oder einem anderen mittelpreisigen London Dry Gin ähnlicher Güte. Von da aus könnt ihr euch selbst durch das Meer der Gin Fizz-Möglichkeiten genießen.

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JohannTrasch

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