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Richmond Gimlet und Southside Cocktail – die perfekten Rezepte

Richmond Gimlet oder Southside Cocktail? Beides ist im Prinzip der gleiche Cocktail.
Rezept für den Richmond Gimlet
  • 6 cl Gin
  • 2,25 cl Zuckersirup
  • 2,25 cl Limettensaft
  • 1 Bund Minze

Alle Zutaten in einem Shaker auf Eis schütteln, bis die Schwarte kracht. Anschließend in ein vorgekühltes Martiniglas doppelt abseihen und mit einem Minzstrauch oder -blatt garnieren. Trinken!

Rezept für den Southside Cocktail
  • 6 cl Gin
  • 2,5 cl Zitronensaft
  • 1 cl Zuckersirup
  • 1 Bund Minze

Alle Zutaten in einem Shaker kräftig auf Eis schütteln. Anschließend in ein vorgekühltes Martiniglas doppelt abseihen und mit einem Minzstrauch oder -blatt garnieren. Trinken!

Die Einkaufsliste

Die Einkaufsliste für Richmond Gimlet und Southside Cocktail

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Gin, Minze, Zitrus-Saft und Zucker. Man könnte diese beiden Drinks glatt für ein Rip-Off des Mojito halten – und tatsächlich sind auch Fizz-Varianten mit Soda recht weit verbreitet, die dem Rum-Klassiker noch viel mehr ähneln. Allerdings handelt es sich bei Richmond Gimlet und Southside ganz einfach um klassische Sours mit kräutriger Einlage, sprich: Smashes. Der derzeit wohl bekannteste Drink dieser Art ist der Gin Basil Smash und bei näherer Betrachtung unterscheidet diese beiden dann auch nur das eingesetzte Kraut und die Darreichungsform; einmal Straight Up, einmal on the rocks.

Man muss, um diese tollen Cocktails zu verstehen, gar nicht mal mehr über sie wissen. Aber weil sie nun mal beide in der Headline stehen, ihr euch an der Stelle sicher fragt: „Warum heißen die nur wegen dem doofen Saft komplett unterschiedlich?“ und weil die Geschichte durchaus interessant ist, tauchen wir natürlich etwas tiefer ein in die Historie des Gin Mint Smash.

Zur Geschichte von Richmond Gimlet und Southside

Wir schreiben das Jahr 2001. Ein Mann namens Jeffrey Morgenthaler, der jetzt, 18 Jahre später, nichts geringeres ist als eine lebende Bartenderlegende, ist damals einfach nur ein ziemlich guter Bartender. Für einen Kellner namens Daniel Richmond entwickelt er damals den Drink, um den es heute geht und noch fast zwei Jahrzehnte später ist der Richmond Gimlet eines von Morgenthalers flüssigen Flaggschiffen. Einer der Drinks, die auf Barkarten in der ganzen Welt stehen, mit seinem Namen drunter.

Während ein Richmond Gimlet immer mit Limette gemixt wird, kann ein Southside mit Limette und Zitrone gemixt werden.
Während ein Richmond Gimlet immer mit Limette gemixt wird, kann ein Southside mit Limette und Zitrone gemixt werden.

 

80 Jahre vorher herrscht Prohibition und ein Mann namens Al Capone trinkt – so will es die Legende – einen Drink namens South Side. Ein Drink mit einer baugleichen Rezeptur zu Morgenthalers Gimlet, nur mit Zitronensaft. „South Side“, weil der Drink eben nur auf Chicagos Southside verbreitet sein soll. Im Norden, wo ein anderes Kartell regiert, trinkt man einen anderen geschmuggelten Gin und gießt ihn mit Ginger Ale zum „North Side“ auf. Als wir auf Instagram darauf hingewiesen werden, wie ähnlich sich die zwei Drinks sind, sind wir erstmal verwirrt – wir hatten zuvor noch nie von einem Southside gehört.

Die 2000er, das finstere Cocktail-Mittelalter

Jeffrey Morgenthaler übrigens schon. Also im Jahr 2019, oder besser gesagt seit irgendwann Ende der 2000er-Jahre. Da wurden diverse Kommentatoren und Leser seines Blogs auch Jahre später nicht müde, diese Ähnlichkeit herauszustellen. In der aufkeimenden Cocktail-Renaissance hatte dann nämlich plötzlich jeder und seine Oma alle alten Barbücher dieser Welt gelesen. 2001 sah die Sache noch ganz anders aus, was Morgenthaler kommentierte mit: „I assure you that nobody, myself included, had ever heard of a Southside in 2001.“ Zu deutsch: „Ich versichere dir, dass 2001 niemand, inklusive mir, jemals von einem Southside gehört hat.“

In einer Zeit, in der das Internet in den Kinderschuhen steckte und alte Barbücher wirklich nur in Form alter Barbücher existierten, war eine umfassende Hintergrundrecherche nach bestehenden, ähnlichen Drinks ein Ding der Unmöglichkeit, zumindest innerhalb einer wirtschaftlichen Zeitspanne. Heute leben beide Drinks in weitgehend friedlicher Ko-Existenz, wohlgemerkt gibt es aber auch diverse Southside-Rezepte im Netz, die mit Limette gemixt werden. Klar: bei einem fast 100 Jahre alten Drink sind die Varianten oft mannigfaltig. Falls euch also mal jemand einen Southside auf Limetten-Basis serviert, spart euch die Klugscheißerei, genießt euren Drink.

Rezept für den Southside Cocktail

  • 6 cl Gin
  • 2 cl Zitronensaft
  • 1 cl Zuckersirup
  • 1 Bund Minze

Alle Zutaten in einem Shaker kräftig auf Eis schütteln. Anschließend in ein vorgekühltes Martiniglas doppelt abseihen und mit einem Minzstrauch oder -blatt garnieren. Trinken!

Rezept für den Richmond Gimlet

  • 6 cl Gin
  • 2,25 cl Zuckersirup
  • 2,25 cl Limettensaft
  • 1 Bund Minze

Alle Zutaten in einem Shaker auf Eis schütteln, bis die Schwarte kracht. Anschließend in ein vorgekühltes Martiniglas doppelt abseihen und mit einem Minzstrauch oder -blatt garnieren. Trinken!

Warum genau diese Rezepte?

Beim Richmond Gimlet hat sich Morgenthaler über die Jahre immer wieder erlaubt, die Verhältnisse anzupassen, von knapp über zwei auf teils auch mal 3 cl Limette und Zuckersirup, jedoch immer zu gleichen Anteilen. Die sehr frühe Variante, die wir hier abbilden, passt einfach zu unseren persönlichen Vorlieben in Sachen Schnaps-zu-anderem-Kram-Verhältnis, deshalb bevorzugen wir diese Abmessungen. Wer’s weniger kräftig mag, stockt auf 3 cl Zucker und Limette auf.

Beim Southside setzen wir auf einen noch höheren Gesamt-Anteil des Gins und weil die Zitrone auch eine weniger kräftige Säure mitbringt, auf noch weniger Zucker. Das Ergebnis ist ein sehr kräftiger, sehr frischer, aber auch sehr klassischer Cocktail. Das mag nicht jedem Southside-Fan gefallen, wir mögen jedoch gerade diese etwas extremere Abgrenzung zum Richmond Gimlet und die Power, die der Drink dadurch bekommt.

Welcher Gin ist hier der beste?

Für den Richmond Gimlet nutzt Morgenthaler im Original den Tanqueray No. 10, eine zitruslastige, weniger bittere Interpretation des klassischen Tanqueray – und die funktioniert auch entsprechend großartig, sodass wir dieser Empfehlung wenig entgegenzusetzen haben. Was den Southside angeht: Für unsere sehr Gin-lastige, fast schon altmodische Interpretation brauchen wir einen Wacholder-lastigen Gin mit viel Power; hier funktionieren diverse London Dry Gins oder der Triple-ge-wacholderte Hepple Gin irre gut.

Die Einkaufsliste für Richmond Gimlet und Southside Cocktail

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Johann

Cocktailbarts Archmage of Content bei Nacht, stolzer Familienvater / Texter / Konzepter / Kreativarbeiter bei Tag.

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