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The French Ensemble Cocktail – Birne trifft Rhum Agricole

The French Ensemble Cocktail mit Williams-Birne und Rhum Agricole.
The French Ensemble Cocktail mit Williams-Birne und Rhum Agricole.
Rezept für den The French Ensemble

Rezept für den The French Ensemble

  • 3,5 cl Williams Birne
  • 3 cl Weißer Rhum Agricole
  • 2,25 cl Limettensaft
  • 1,25cl Dry Curacao
  • 1 cl Orgeat
  • 0,5 cl Zuckersirup
  • 4 Tropfen Absinth

Alle Zutaten auf Eis shaken und in ein gefrostetes Martiniglas oder eine Coupette abseihen. Optional mit Birne garnieren. Nicht optional: Trinken.

Die Einkaufsliste

Die Einkaufsliste für den French Ensemble 

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“Ich finde, dieser Drink hat das Zeug zum modernen Klassiker. Dazu müssten ihn allerdings mehr Menschen kennen.”

Zu ganz ähnlichen Sätzen wurden dem Autor dieser Zeilen schon gustatorische Freuden wie ein Vodka-Apfelsaft serviert, eigentlich ist er da deswegen inzwischen recht abgebrüht. Wenn aber jemand eher kritisches wie Florian von den Kultivierten Tresenwesen sich zu derart euphorischer Werbung hinreißen lässt und auch noch Williams Birne und Rhum Agricole im Shaker landen, dann darf man da ruhig mal entspannt-vorfreudig nachshaken.

Habe ich so vor wenigen Tagen gemacht, als mich die Zutatenkombination in Florians Video für diesen Drink als wochenendliches Nightcap angelacht hat (“Nightcap” sagt man, weil an dem Wort “Schlummertrunk” alle erkennen, wie alt man wirklich ist). Ich war mittelschwer begeistert, also so richtig. Enorm quasi. Aber wie der fachjournalistische Eid das verlangt, habe ich aufopferungsvoll die letzten Tage immer mal wieder kontrolliert, ob der The French Ensemble wirklich so gut ist, wie er mir Samstagnacht um 02:00 Uhr vorkam. War er.

Die Story hinter dem The French Ensemble

Bevor es Facebook, Instagram, Reddit und so weiter gab, mussten sich Internet-affine Nerds in spezialisierten Online-Foren treffen, um im geekigen Dunst Gleichgesinnter zu saunieren. Während ich mich Anfang der 2010er-Jahre allerdings hauptsächlich in Gaming-Foren herumtrieb und wenn dann im Wesentlichen Bier trank, war ein Hobby-Bartender namens Sascha Junkert auf cocktailforum.de unter dem Usernamen Junsas unterwegs und erfand im Zuge eines Williams-Cocktailwettbewerbs den The French Ensemble. Er belegte den dritten Platz. That’s it. Eigentlich.

Romantisch ist das nur, wenn man damals, 2013, dabei war. In einer Zeit, als Gin & Tonic noch geiles Underground-Zeug war und als man noch in Foren unterwegs war, statt in Faceboob-Gruppen. Dass jetzt, neun Jahre später, dieser Drink mehr und mehr an Bekanntheit erlangt und zumindest innerhalb der deutschen Homebar-Community einigermaßen steil geht, lehrt uns aber ein paar Dinge, von denen ich ganz froh gewesen wäre, wenn sie mir 2013 jemand erzählt hätte. Zum Beispiel, dass manche Sachen erst abheben, wenn sie ein Jahrzehnt in einer Schublade liegen. Oder, dass man mehr Schätze findet, wenn man anderen Piraten zuhört. Oder auch einfach nur, dass gute Williams Birne richtig gutes Zeug ist, dass man trinken und nicht schütten sollte.

The French Ensemble Cocktail mit Williams-Birne und Rhum Agricole.

The French Ensemble

Birnenschnaps mit Esterpower in Sour-Form.
Vorbereitungszeit: 2 Minuten
Zubereitungszeit: 2 Minuten
Arbeitszeit: 4 Minuten
Cocktail-Kategorie: Sour
Epoche: Modern
Geschmack: Fruchtig, Kräftig, Sauer

Glas & Barwerkzeuge

Zutaten

  • 3,5 cl Williams Birne
  • 3 cl Weißer Rhum Agricole
  • 2,25 cl Limettensaft
  • 1,25 cl Dry Curacao
  • 1 cl Orgeat
  • 0,5 cl Zuckersirup
  • 4 Tropfen Absinth

Zubereitung

  • Alle Zutaten auf Eis shaken.
  • In ein gefrostetes Martiniglas oder eine Coupette abseihen.
  • Optional mit Birne garnieren.
  • Nicht optional: Trinken.
Kalorien: 247kcal
Ihr habt den Cocktail nachgemixt?Zeigt uns euren Drink mit @therealcocktailbart oder #cocktailbart!

Warum dieses Rezept und kein anderes?

Weil da nichts fehlt und nichts zu viel ist. Je nachdem, wie viel Lust wir gerade auf die blumigen Marzipan-Noten von Orgeat hatten, haben wir in zwei Test-Varianten mal die Mengen von Orgeat und Zuckersirup vertauscht, was den Drink ein bisschen spitzer, weniger warm macht. Nicht besser, nicht schlechter, einfach nur einen Hauch anders. Aber ansonsten gab’s an den Mengenverhältnissen halt schlicht recht wenig zu rütteln. Gut, die Absinth-Tropfen haben wir nach einem echten Tropfen-Versuch durch zwei Sprühstoße aus unserem Absinth-Portionierer ersetzt. Das ist eine simple, kleine Öl-Sprühflasche, die wir sonst dafür benutzen, Sazerac-Gläser zu benetzen und es sorgt einem eventuellen “Absinth-Upps” vor. Die absolute Menge Absinth im Drink ändert sich davon aber nicht.

Die richtigen Zutaten für den Drink

Angesichts der Zutaten-Diskussion im Original-Wettbewerbsposting trauen wir uns schlicht nicht, hier eine große Expertise vorzugaukeln. Wir mixen den Cocktail mit dem vergleichsweise teuren Ziegler-Williams und mit dem Preis-Leistungs-Ungetüm vom Schladerer und beides funktioniert ähnlich gut, ohne dass wir einen Favoriten ausmachen könnten. Was Rhum Agricole angeht, folgen wir Florians Video-Empfehlung und greifen zum 50%-igen von Rhum Clement, der hat eine schöne, kräftige Estrigkeit, die toll zur Birne passt. Gegen-Tests mit weißen, estrigen Blends und weißen Jamaica-Rums machen gute Drinks, funktionieren aber nicht ganz so hervorragend mit der Birne.

Was wir uns gut vorstellen können: hier mal den Cachaça auszupacken. Wird sicher gut, aber ist dann eigentlich schon ein anderer Drink. Absinth ist in der Menge qualitativ schwierig zu sortieren – im Zweifel könnt ihr auch Pastis nehmen, wichtig ist dieser Anklang einer Anis-Note, der den Drink etwas … nennen wir es: unter-tikit. Beim Orgeat ist Meneau über jeden Zweifel erhaben, für diesen Drink ist aber auch die Giffard-Variante in Ordnung. Nur schnöder “Mandelsirup” ist meist eher flüssiges Marzipan als richtiges Orgeat. Bleibt der Triple Sec. Ja: Cointreau und Grand Marnier machen im The French Ensemble einen guten Job. Aber wir haben den Eindruck, dass Revolte Dry Curacao dank Rum-Basis und der komplexe Pierre Ferrand Dry Curacao einen Ticken besser funktionieren – und bleiben dann auch bei diesen beiden.

Ursprünglich kommt The French Ensemble ohne Garnitur und funktioniert so auch sehr gut - aber Florians luxuriöse Nashibirnen-Idee macht einfach mehr her.
Ursprünglich kommt The French Ensemble ohne Garnitur und funktioniert so auch sehr gut – aber Florians luxuriöse Nashibirnen-Idee macht einfach mehr her.

Die Einkaufsliste für den French Ensemble 

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Johann

Johann

Cocktailbarts Archmage of Content bei Nacht, Familienvater & Texter bei Tag. Lieblings-Drink Martini, Lieblings-Spirituose trotzdem Rum. Wohnt in Franken, kommt aus der Oberpfalz (ist beides in Bayern, tschuldigung). Typischer Satz: "Meinste das wär geiler, wenn man Olivenlake reintut?"

2 Kommentare

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Ich stimme zu.

  • Richtig starker Drink! Hab ich mir schon bei dem Video der KTW gedacht!
    Hast du ihn mal mit gelagerten Varianten der Spirits versucht?

    • Nope, leider nicht. Hatte kurz überlegt und habe dann festgestellt, dass ich irgendwann meine letzte Buddel Alte Moor-Birne ausgetrunken habe – und hatte dann auch keinen anderen gelagerten Birnenbrand da.

      Aber ist auf jeden Fall etwas, das es noch zu testen gilt 🙂