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Michter’s Single Barrel Rye Whiskey und der Bananarac Cocktail

Michter's Single Barrel Rye Whiskey im Rye & Dry Cocktail mit Ginger Ale.

Rye Whiskey ist die Stiefkind-Kategorie unter den Whiskys und Whiskeys der Welt – alle reden immer nur von Single Malt und Bourbon. Der eine ist der klare Favorit der Pur-Genießer, der andere die bevorzugte Wahl in Cocktails. Ja, gut – wir sind ja schon an der Stelle ganz anderer Meinung; schließlich macht auch so mancher Malt einen hervorragenden Drink und so manch guter Bourbon geht pur und ohne Eis den Gaumen lang wie eine rollige Katze bei Vollmond. Genauso ist das auch mit dem Rye, Whiskey aus mindestens 51% Roggen – wer eine Flasche davon in der Bar hat, hat sie meist nur für einen authentischen Manhattan. Daran ist nichts Verwerfliches, aber auch Rye kann mehr, in Cocktails genauso wie pur. Einer, der das zeigt: der Michter’s Us *1 Single Barrel Rye.

Die Flasche für dieses Tasting wurde uns von Mack & Schühle, dem deutschen Vertrieb von Michter’s zur Verfügung gestellt, Bedingungen an den Artikel gab es nicht. Mehr Informationen dazu am Ende des Artikels. 

Die Story hinter Michter’s Single Barrel Kentucky Rye Whiskey

Wer die bewegte Geschichte der Michter’s Distillery inklusive Schließung und Neueröffnung nachlesen will, dem sei unser Artikel zum Michter’s US *1 Small Batch Bourbon an’s Herz gelegt, inklusive dem Bourbon selbst. Die Kurzfassung: das Team um Master Distiller Pam Heilmann arbeitet an Produkten abseits des American Whiskey-Mainstreams, das umfangreiche Portfolio setzt auf jede Menge sehr spezielle Limited Releases und Barrel Strength-Varianten. Das „Standard“-Portfolio, das diesem Namen so gar nicht gerecht werden will, besteht aus der US *1-Serie – dem bereits verkostetem Bourbon, einem Sour Mash (Whiskey, der aufgrund der Mash Bill, also des Getreidegeschmisches keiner Kategorie zugeordnet werden kann), einem American Whiskey, der in Whiskey-getränkten Fässern reift („Rye“ und „Bourbon“ dürfen in den USA nur in frischen Fässern aus amerikanischer Weißeiche reifen) und eben dem Single Barrel Rye.

Ein Rye Old Fashioned mit Michter's US *1 Single Barrel Rye Whiskey.
Ein Rye Old Fashioned mit Michter’s US *1 Single Barrel Rye Whiskey.

Das „Single Barrel“ klingt für einen Whiskey aus einer eigentlich ständig verfügbaren Reihe zugegeben etwas seltsam. Zur Erklärung: Dabei werden die Flaschen nur mit Whiskey aus einem einzigen Fass abgefüllt – Usus wäre es, Fässer gleicher Herkunft und ähnlichen Alters miteinander zu verblenden. Wie will man sonst auch konstante Qualität liefern, wenn von jeder Abfüllung wirklich nur ein paar Hundert identische Flaschen auf dem Markt sind? Zugegeben: die Frage ist falsch gestellt. Denn Michter’s will mit dieser Art der Abfüllung durchaus konstant qualitativ hochwertiges abfüllen – nur eben nicht immer zu 100% denselben Geschmack.

Da die gute Pam aber eine sehr präzise Brennerin ist, decken sich die Tasting Notes zu diesem Rye trotzdem in sehr vielen Bereichen. Falls es Fass-Querschläger geben sollte, werden sie also recht sicher vor der Abfüllung aussortiert. Wäre allerdings schade drum – laut der Info des deutschen Importeurs hat der Whiskey, der jetzt gleich in unser Gläschen fließt, zwischen 5 und 8 Jahren in seinen Fässern geruht. Wohlgemerkt: die Altersspanne kommt eben nicht daher, dass hier Whiskeys unterschiedlichen Alters vermählt werden (werden sie ja nicht) – aber wer Fässer einzeln abfüllt, der muss jedem einzelnen auch sein eigenes Tempo lassen.

So schmeckt dieser Rye Whiskey

Er schwenkt sich sehr leicht und hinterlässt nur wenige Beinchen am Glasrand, schimmert in einem wunderschönen tiefroten Braunton. Die Nase ist würzig und süß zugleich: Roggen und Pfeffer, aber auch so ein Hauch von Bonbons zeigt sich da. Dazu kommen Toffee und Holz und ein Hauch von Vanille und ein wenig Brotgewürz, sowie zurückhaltende Zitrusnoten. Eine spannende Mischung. Lässt man das Glas eine Weile stehen, driften die Zitrus-Töne in Richtung Orange ab und die Toffee-Noten werden ausgeprägter.

Nase: Roggen, Pfeffer, Bonbons, Toffee, Holz, Vanille, Brotgewürz, Zitrus, Orange

Mund: Vanille, Karamell, Holz, weiße Schokolade, Roggen, Getreide, frisches Heu, Bitternoten

Cremiger als erwartet kommt er auf der Zunge an und zeigt sich mit Vanille, Karamell, Holz und einem Hauch weißer Schokolade. Erst am Gaumen offenbart er seine würzigen Noten von Roggen und Getreide und auch einen unerwarteten Einschlag von frischem Heu. Im weichen Abgang finden sich die Zitrusnoten wieder und ein paar sehr schöne Bitternoten. Der Nachgeschmack ist angenehm frisch, jedoch nicht ganz so langanhaltend, wie er noch auf der Zunge vermuten ließ.

Der Michter’s US *1 Single Barrel Rye Whiskey pur und in Cocktails

Pur ist dieser Straight Rye Whiskey ein großer Spaß, den ihr euch „neat“ genauso wie on the rocks gönnen könnt – gekühlt haben wir den Eindruck, dass er noch mehr würzige Noten ausspielt, bei Zimmertemperatur dagegen könnte er auch ein vergleichsweise würziger Bourbon sein. Spannend zu beobachten ist das im Rye & Dry – einer Horse’s Neck-Variante mit Rye-Whiskey: Ein Teil Whiskey auf 2 bis maximal 3 Teile Ginger Ale, ein paar Tropfen Orange Bitters  und dazu 1 cl D.O.M. Benedictine (nach einer Idee aus dem Schluckspecht): die Kombi aus der Ingwerlimo und dem Kräuterlikör hebt den Roggen wirklich ganz wunderbar raus.

Manhattans rockt er, allerdings setzen wir hier gerne eher auf eine Mischung aus 6:2 als 6:3, je nach Wermut-Power. Nach einem Misch-Experiment mit Mancino Chinato1 (einem sehr dunklen, bitteren Wermut) und Belsazar Red (das ebenfalls gut läuft), verfallen wir dann auf unser Rezept für den Jacky Treehorn-Boulevardier, der uns so gut gefällt, dass wir damit an den Instagram-Homebarawards teilnehmen. Was uns aber am Ende der Teststrecke wirklich bis auf’s Absurdeste begeistert ist ein Rezept für einen Drink namens Bananarac – einen Sazerac-Twist aus dem Buch Cocktailcodex:

Bananarac (nach Natasha David)

  • 3 cl Michter’s Rye Whiskey
  • 3 cl Cognac (wir nutzen Pierre Ferrand 1840, das Originalrezept übrigens auch)
  • 1,5 cl Bananen-Likör (wir nutzen Tempus Fugit)
  • 1 Barlöffel dunkler Zuckersirup

Einen vorgekühlten Tumbler innen mit Absinth benetzen (dafür reichen zwei, drei Tropfen und einmal kurz das Glas drehen – alternativ nutzt einen Sprühflakon). Alle Zutaten auf Eis rühren und in den Tumbler ohne Eis abseihen. Mit einer Zitronenzeste abspritzen und garnieren. Trinken.

Ein Bananarac mit Michter's US *1 Single Barrel Rye, Cognac und Bananenlikör.
Ein Bananarac mit Michter’s US *1 Single Barrel Rye, Cognac und Bananenlikör.

Jacky Treehorn

Alle Zutaten auf Eis rühren, in einen Tumbler auf frisches Eis abgießen und mit einer Orangenzeste garnieren. Trinken.

Der Jacky Treehorn - ein Boulevardier-Twist mit Michter's Single Barrel Rye.
Der Jacky Treehorn – ein Boulevardier-Twist mit Michter’s Single Barrel Rye.

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(Mit einem * markierte Links sind Affiliate-Links aus dem Amazon-Partnerprogramm. Benutzt ihr diese für euren Einkauf, erhalten wir dafür eine kleine Provision.)

Fazit: Großartiger Rye Whiskey für jeden, der eine Referenz zum Thema „Klar gibt’s tollen Rye, den man pur genießen kann.“ braucht. In Drinks fehlt ihm je nach Rezept ein ganz klein wenig die Power, dafür begeistert er mit Eleganz, wann immer ihn keine andere Zutat offensiv unterbuttert.

Daten: USA, um 55 Euro, 0,7 Liter, 42,4 Prozent

Mack & Schühle  hat uns eine Flasche des Michter’s US *1 Single Barrel Rye für redaktionelle Zwecke zur Verfügung gestellt, danach aber weder auf Art noch Umfang eventueller Artikel, noch das Tasting Einfluss zu nehmen versucht. Wir sagen Danke für die tolle und unkomplizierte Zusammenarbeit.

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Johann

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