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Cosmopolitan – gibt es das perfekte Rezept für den rosa Cocktail?

Zwei Cosmopolitans in etwas zu künstlichem rosa. Quelle: Fotolia.com © nikilitov
Zwei Cosmopolitans in etwas zu künstlichem rosa. Quelle: Fotolia.com © nikilitov

Gelegentlich müssen wir darauf hinweisen, dass hier auf Cocktailbart.de keine Drink-Profis arbeiten, sondern leidenschaftliche Hobby-Mixer, die sich gepflegt von den goldenen 1920ern über die Ära des Grauens in den 80ern und 90ern bis in die Moderne shaken, trinken und mit ein bisschen Nachgang auch darüber schreiben. Dass wir das speziell hier in diesem Artikel über den Cosmopolitan tun, hat einen simplen Grund: Zu dem wurde – soweit wir das erkennen – schon alles gesagt. Wer sich diesen 2011er-Cocktailpodcast anhört, nebenbei im Wikipedia-Artikel über den Drink schmökert, sich dann noch kurz Philipp Reims Expertise zum Drink hingibt und ein/zwei Stunden lang Rezepte googelt, der weiß so viel über Cosmos wie wir auch. Wer das also alles schon kennt: danke für den Besuch, aber du darfst schon mal mixen gehen. Der Rest: aufgehorcht! Schließlich haben wir hier stundenlang gelesen und gemixt, also schreiben wir jetzt auch was:

Anders als viele denken ist der Cosmopolitan nicht nur ein halbwegs berühmtes Hotel in Playa de Palma auf den Balearen und auch nicht einfach nur ein Modedrink der späten 90er, der durch Sex and the City groß geworden ist. Oder eigentlich doch, denn die ursprünglich Cocktail-Rezeptur hat mit der modernen Variante nix zu tun. Und eigentlich gibt es auch so viele Rezepte für das Zeug, dass inzwischen eigentlich alles, was rosa ist und im Martiniglas daherkommt als Cosmopolitan gilt, solang nur irgendwie mal Cranberrysaft und Wodka dran vorbeigeflogen ist. Oder Gin und Himbeersirup. Und Limetten. Oder Zitronen. Bevor wir euch endgültig verlieren, hier also erstmal unser Lieblings-Rezept – und dann die Hintergründe dazu.

Unser liebstes Cosmopolitan-Rezept

  • 4 cl Wodka (Absolut Citron, falls vorhanden – falls nicht, Zitronenzesten mitshaken)
  • 1 cl Cointreau (alternativ irgendein anderer Triple Sec)
  • 2 cl Limettensaft
  • 2 cl Cranberrynekter

Alles zusammen in einen Cocktailshaker geben, mit viel Eis ordentlich durchschütteln und in ein vorgekühltes Martiniglas abseihen. Trinken.

Die Story hinter dem Cosmopolitan

Der Cosmopolitan, wie wir ihn meistens in Bars serviert bekommen, ist ein Konstrukt der 80er. Ihr wisst schon, dass war die Zeit, als man Korn-Cola für ein Getränk hielt. Erfunden hat ihn angeblich eine Dame namens Cheryl Cook, die mit dem damals taufrischen Absolut Citron, einem Absolut mit Zitronenaroma experimentierte. Ihr Rezept mit Roses Lime Juice und Orangenlikör veränderte schließlich ein Mann namens Toby Cecchine, der sich auf frischen Limettensaft und ausschließlich Cointreau als Likör verließ. Beides heute Standard im Cosmpolitan, spätestens seit alle Barkeeper der Welt das Rezept nachschlagen mussten, weil Horden von Frauen das rosa Zeugs bestellen wollten. Ursprünglich war das Getränk aber ganz was anderes.

Schon 1934 wurde ein Rezept für einen Cosmopolitan in einem Bar-Ratgeber veröffentlicht, dass allerdings auf Zitronen, Gin und Himbeersirup setzt, mit einem Hauch Cointreau. Tolle Sache eigentlich, aber für die damalige Zeit wohl nicht das richtige – schlussendlich vergaß man das Rezept bis Mitte der 2000er und machte in den 80ern dann einfach eine neue Baustelle gleichen Namens auf. Wären nicht beide Versionen rosa und New Orleans Sours, würde man sie wahrscheinlich gar nicht mehr miteinander in Verbindung bringen.

Zur Erklärung: Ein Sour ist eine Cocktailsorte, die immer aus Schnaps, Zitrussaft und einer Zuckerkomponente besteht. Ist diese Komponente hauptsächlich Orangenlikör, trinkt man gerade einen New Orleans Sour. Unter dieser Kategorie fällt zum Beispiel auch die Margarita.

Old vs. New

Wenn man sich darauf einigen kann, welchen Cosmopolitan man trinken will, dann besteht der Rest aus Details: die richtige Spirituosensorte, die richtigen Mengen – kann man sich einigen. Aber die Frage „Himbeer-Cosmo oder Cranberry-Version?“ ist eine des Geschmacks – da wird man sich wohl schlechter einig. Wir mixen uns testweise natürlich auch einen klassischen 1934er-Drink und gehen erstmal davon aus, dass uns der besser schmecken wird. Vor allem, weil wir frische Himbeeren benutzen und später gerne ein bisschen snobistisch über Sirup prollen würden.

Aber Pustekuchen: Durch die frischen Himbeeren und den Wacholderbrand wird aus dem Cosmo – zumindest für unsere Geschmacksnerven – ein Raspberry Thyme Smash, dem was fehlt. Ähnlich wie beim Gimlet sind wir auch beim Cosmo Fans dieser leichten Künstlichkeit, die die Wodka-Cranberry-Variante mitbringt. Wir konzentrieren uns also auf die moderne Variante. Das Rezept für die 1934er-Version haben wir natürlich trotzdem für euch – frisch von den Jungs vom Cocktailpodcast ausgeliehen:

Der 1934er-Cosmo mit Himbeeren und Gin war leider nicht unser Highlight im Test.
Der 1934er-Cosmo mit Himbeeren und Gin war leider nicht unser Highlight im Test.

1934er-Cosmopolitan

  • 4cl Gin
  • 1cl Cointreau
  • 2cl frischgepreßter Zitronensaft
  • 1cl Himbeersirup oder 3 frische Himbeeren (bei mehr wird’s zu rot)

Alles zusammen in einen Shaker geben, mit viel Eis ordentlich durchschütteln und in ein vorgekühltes Martiniglas doppelt abseihen. Trinken.

Die perfekten Zutaten

Jetzt kommt die Stelle, an der wir erklären, wie wir auf unser Rezept ganz oben kommen. Vorweg: Das gibt’s ganz bestimmt schon – aber wir haben diese Kombination und die Mengenangaben durch ausgiebige Tests eruiert. Es ist nicht die beste Variante, sondern die, die uns am besten schmeckt – alles was wir ab hier erzählen, ist also kein höheres Barwissen mehr, sondern einfach unsere Meinung. Und die fängt beim Wodka an:

Absolut Citron oder irgendwas anderes?

Für das Originalrezept der 80er nutzt man Zitronenvodka – auch wenn man das durch die Limetten und die Fruchtsüße kaum durchzuschmecken scheint. Ein Hauch von Zitrone macht das Getränk aber tatsächlich etwas runder. Für denselben Effekt kann man aber ein Stück Zitronenzeste mitmixen oder den Zitrussaft zur Hälfte aus Limetten und zur Hälfte von Zitronen nehmen. Das Ergebnis ist vergleichbar. Der Cosmopolitan wird nicht automatisch schlecht, wenn ihr den Hauch Zitrone außen vor lasst – mit Zitrone, aus welcher Quelle auch immer, wird er aber besser. Wer die über natürliche Varianten ins Glas bringt, kann sich dafür einen feineren Brand dazuschütten, etwa einen Ketel One statt des okayen Absolut.

Welcher Triple Sec ist der beste?

Es mag unser persönliches Problem sein, aber zumindest in Cocktails schmecken wir zwischen verschiedenen Orangenlikören nicht wirklich große Unterschiede. Tatsache ist aber, dass Cointreau pur sicher zu den besseren, aromatischeren Varianten gehört. Wenn ihr also neuen Orangenlikör kaufen müsst, dann nehmt diesen. Aber eine Flache Bols Triple Sec für ein Drittel des Preises halten wir an dieser Stelle auch nicht für die größte Schande.

Rose’s Lime Juice oder frischer Limettensaft?

Durch Orangenlikör und Cranberrynektar bekommt der Cosmopolitan eine leichte Grundkünstlichkeit, die wir durchaus mögen. Sie passt zu den 80ern und 90ern, zur rosa Farbe, sie macht Spaß. Aber mit Lime Juice Cordial wird diese Note deutlich zu heftig. Deswegen bleiben wir bei frischen Limetten.

Cranberrynektar für Cosmopolitan

Statt des Cranberrynektars verweisen viele Rezepte auf Rose’s Cranberry Mixer – ein Cranberry-Saft, der ähnlich wie Rose’s Lime Juice Cordial irgendwo zwischen Saft und Sirup liegt und ziemlich süß daherkommt. Sein Vorteil: Die Haltbarkeit und der Geschmack. Sein Nachteil: Das Zeug kriegst du nirgends. Ums Verrecken nicht. Also bleiben wir beim Cranberrynektar.  Entgegen der landläufigen Meinung gibt es übrigens auch richtigen Cranberrysaft – sogenannten Cranberry Muttersaft. Mit um die 8 Euro pro Liter ist es damit dann aber wirklich schade, wenn ihr die Pampe nicht verbraucht und später wegschütten müsst und für den Drinkist sie fast zu heftig-intensiv.

Die perfekten Mengen für den Drink

Wie bei jedem Sour ist es auch beim Cosmo eine Frage der Qualität und Intensität der verwendeten Limetten und natürlich auch des Cranberry-Nektars, wie man die Zutaten gewichtet. Wir haben uns am Ende für das Rezept oben entschieden, weil der Cosmopolitan damit die schönste, pinke Farbe hatte und weil er uns dann am meisten Spaß macht, wenn er eigentlich ein Sour ist, der nur einen Hauch von Cranberry-Aroma in sich trägt. Mit so einem davon in der Hand gucken wir dann zur Not auch Sex and the City, wenn uns wer zwingt.

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JohannTrasch

2 Kommentare

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  • Ich musste auf der letzten Party feststellen, dass kaum eine junge Frau die moderne Variante mochte, da ihnen der Drink viel zu stark war. Habe ihn daher notgedrungen mit zusätzlichen 2cl Granatapfelsaft gestreckt. War eig auch nicht schlecht …