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Piña Colada – so mixt ihr den Strand-Cocktail : mit frischer Ananas und Cream of Coconut

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Pina Colada, der fruchtige Strandcocktail. Aber bitte mit frischem Ananassaft!

Piña Coladas sind Mädchen-Cocktails, die nach nichts anderem als Zucker und künstlichem Pseudo-Kokos schmecken. Eine Piña Colada ist das, was Menschen trinken, die Pizza Hawaii essen, Menschen die Ihren kulinarischen Sachverstand und Ihre Trinkkultur in den 80ern geparkt und die Schlüssel verlegt haben. Eine Piña Colada ist das Drink-Äquivalent zu Bier aus Plastikflaschen. Dachten wir zumindest.

Der Autor dieses Artikels ist ein Dorfkind und kam mit so etwas wie „Trinkkultur“ zum ersten Mal in seinen mittleren 20ern in Berührung. Piña Coladas in Großraumdiscotheken, Wohnheimpartys und Scheunenfesten, das hieß immer Ananassaft – Kokossirup – weißer Bacardi. Auf Crushed Ice, am besten auch noch nur kurz umgerührt. Wer das säuft, ist entweder ein Mädchen unter 20 auf dem Dorf, kulinarischer Agnostiker oder innerlich tot.

Für die meisten von uns, die die Piña Colada so kennengelernt haben, war sie lange Jahre eine verbotene Zone. Bis wir das Ding zum ersten Mal frisch getrunken haben, von einem guten Barkeeper, der sich nicht zu fein dafür war, uns das Ding zu mixen. Mit frischem Ananassaft aus frischer Ananas und Cream of Coconut statt Tetrapack-Saft und Kokossirup. Das ist dann tatsächlich auch das ganze Geheimnis – macht aber alles aus. Eine gute Piña Colada bringt Sonne und Strand in euer Herz. Eine schlechte bringt euch nur Diabetes.

Das perfekte Rezept für Piña Colada
– 8 cl Dunkler Rum
– 8 cl Cream of Coconut
– 1 Halbes Glas Ananas
– 1 Halbes Glas Crushed Ice
Für Ananas und Eis nehmt ein baugleiches Glas zu eurem verwendeten Cocktailglas. Alle Zutaten zusammen in ein Gefäß mit hohem Rand packen. Mit dem Stabmixer rein und solange bearbeiten, bis alles cremig ist, alternativ in den Mixer. In’s Cocktailglas abseihen. Mit kandiertem Ananasschnitz garnieren, wenn’s sein muss – ansonsten: Trinken!

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Welcher Rum für die Piña Colada?

Die erste Frage bei der Herstellung einer Piña Colada ist die nach dem Rum – darum geht’s schließlich erstmal bei einem Cocktail – um Schnaps. Jetzt sagt man diesem tropischen Drink zwar nach, man könne wirklich alles reinschütten – schmeckt man eh nicht raus. Das ist halt nur leider absoluter Schwachsinn. Eine gute gemixte Piña Colada ist intensiv, ja – aber trotzdem schmecke ich noch raus, ob mir jemand ein hochwertiges Melasse-Destillat in den Drink kippt oder eine Mischung aus Nagellackentferner und Klosterfrau Melissengeist.

Damit der Rum in der Piña Colada was zu melden hat, empfehlen wir einen intensiven, dunklen, der schon ein paar Jahre alt ist, auch wenn meist eher ein weißer Rum verwendet wird. Alternativ machten wir auch gute Erfahrungen mit Cachaça – der ist fruchtiger und fügt sich deswegen gut zwischen Ananassaft und Kokos ein. Allerdings wird es einigen dadurch schon fast wieder zu süß. Es ist im Übrigen nichts falsches daran, sich eine Piña Colada mit Havana Club 3 Jahre zu mixen – die schmeckt auch und gerade an Abenden, an denen ihr ganze Gruppen mit dem Drink versorgen müsst, drückt ihr damit ein bisschen die Kosten. Aber für einen fantastischen Abend zu zweit darf’s eher Revolte Rum (auch ein weißer Rum – aber irre aromatisch) oder für die süßen ein Ron Botucal Reserva Exclusiva statt Havanna sein. Dann kommt auch schneller karibisches Urlaubsgefühl auf.

Cream de Coconut ist Pflicht

Kokosnusssirup hat mit dem Geschmack einer Kokosnuss so viel zu tun wie Pizza Hawaii mit Haiti. Genau: Da stimmt überhaupt nichts dran. Cream de Coconut oder auch Kokosnusscreme schmeckt intensiver als normale Kokosmilch und ist noch dickflüssiger und cremiger. Ihr findet sie normalerweise in gut sortierten Feinkostsupermärkten, manchmal in der Reihe mit exotischen Zutaten.

Kokoscreme ist dickflüssiger und leckerer als Kokosmilch.
Kokoscreme ist dickflüssiger und leckerer als Kokosmilch.

Die meisten Rezepte nutzen nur ein paar Esslöffel – wir würden aber gleich ordentlich davon reinschütten. Weil wir Kokos leckerer finden als Ananas und weil die Konsistenz so einfach besser wird. Nur mit richtiger Cream de Coconut in ordentlichen Mengen bekommt ihr wirklich die Piña Colada eurer Träume, die sich die Leute in Hollywoodfilmen immer an den Strand bringen lassen.

Im schlimmsten Fall würden wir aber eher noch Kokosmilch als Ersatz empfehlen, bevor ihr zum Kokossirup greift. Selbst, wenn ihr die frische Frucht kauft, vermasselt euch die zuckrige Chemie-Keule sonst am Ende die Tour. Dann solltet ihr zusätzlich aber noch ein bisschen Sahne mit in den Drink schütten, sonst wird’s nicht cremig genug. So oder so: Cream of Coconut bleibt die erste Wahl.

Piña Colada ohne frische Ananas? Niemals!

Selbst, wenn ihr eigentlich keine Ananas mögt und beim Gedanken an Ananassaft eh schon würgen müsst: Frische Frucht in einer Piña Colada ist nicht annähernd so penetrant wie man meinen möchte, ist stattdessen sanft und samtig und von einer milden Süße. Ganz im Gegensatz zu Ananassaft – der ist pappsüß und verflucht aufdringlich. Ergo braucht ihr für eure Piña Colada richtige, frische Ananasstücke, die ihr kleinhackt.

Für die Pina Colada nur frische Ananas!
Für die Pina Colada nur frische Ananas!

Versucht gar nicht erst, Dosenananas zu benutzen oder doch wieder zum Saft zu greifen. Das wird schmecken wie Oma unterm Arm. Ja, Piña Colada ist ein bisschen mehr wie kochen denn wie richtiges Cocktails mixen, mit all den frischen Früchten und teuren Zutaten aus der Exoten-Abteilung. Deshalb braucht ihr auch ein ordentliches Küchengerät dafür.

Das richtige Eis und wie man die Piña Colada mixt

Die Piña Colada ist eigentlich mehr Dessertcreme als Cocktail – das liegt auch an der Zubereitung: Ganze Frucht statt Saft, Kokoscreme, etwas Rum und Crushed Eis werden gemixt und so gleichzeitig auch ein wenig aufgeschäumt. Wir fanden das mixen im Test deutlich einfacher mit dem Pürierstab – im Mixer mussten wir stets ordentlich rumschütteln, damit er alle Ananasstücke kleinbekam. Außerdem wurde der ganze Drink an sich cremiger mit dem Zauberstab.

Am Ende schüttet ihr die Piña Colada in ein Glas eurer Wahl, ein Pokal wie im Bild oben ist super, ein Tumbler etwas stilvoller. Wer wirklich volles Strandfeeling will, höhlt die Ananas für seinen Drink aus, packt sie über Nacht in den Tiefkühler und nimmt dann die gefrorene Ananas als Glas für seinen Drink – am besten mit Deckel. Sexier kann man eine Piña Colada nicht präsentieren. Diese Präsentation eignet sich übrigens auch für Virgin Coladas (Weißer Rum wird durch noch mehr Ananassaft ersetzt) oder andere Colada-Varianten. Für die Piña Colada gibt es schließlich unzählige Rezepte.

Das große Finale: die Garnitur

Ihr mögt Ananas? Also nicht nur im Cocktail-Rezept, sondern die richtige, echte Frucht? Super – dann steckt euch einen Schnitz davon an die Piña Colada, am besten leicht karamellisiert und knusprig. Aber viele Leute halten einfach nicht viel von Frucht-Deko – und dazu gehören wir auch. Wir sind mit dem puren Cocktail zufrieden, genau wie er ist.

Manchmal werden Piña Coladas noch mit Muskatnuss bestäubt – also haben wir natürlich auch das getestet. Ergebnis: Ein hammerguter Duft, ein himmlisch exotisches, aber erdiges Aroma. Aber leider staubige Brösel auf der Zunge. Untergerührt im Drink selber geht die Muskatnuss dann leider auch unter. Wir würden das fast schon schade finden – aber in unseren Herzen ist einfach zu viel Strandurlaub.

JohannTrasch

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